P. Federico Lombardi SJ: Die Verhandlungen des Heiligen Stuhls mit Israel gehen weiter

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ROM, 20. November 2007 (ZENIT.org).- Nach der Kritik des früheren Apostolischen Nuntius in Israel an den israelischen Behörden hat der Pressesprecher des Vatikans bekräftigt, dass es sich um eine Privatmeinung handle und dass die bilateralen Verhandlungen weitergingen. Erzbischof Pietro Sambi hatte der israelischen Regierung im Hinblick auf die Verbesserung der Beziehungen zum Heiligen Stuhl mangelnden guten Willen vorgeworfen.



„Wenn ich offen sein soll, dann war das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und dem Staat Israel besser, als es noch keine diplomatischen Beziehungen gab“, hatte der Erzbischof am Freitag in einem Interview erklärt. Wie Jesuitenpater Federico Lombardi, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, im Nachhinein klarstellte, sei diese und andere Äußerungen des Erzbischofs, der die Interessen des Heiligen Stuhls jetzt in Washington vertritt, als private Einschätzung zu verstehen und nicht als offizielle Haltung der Kirche.

Erzbischof Sambi hatte bemerkt, dass sich die Verhandlungen über das für die Kirche wichtige Finanzabkommen aufgrund des mangelnden politischen Willens der israelischen Seite seit zehn Jahren ohne greifbares Ergebnis hinzögen. P. Lombardi bekräftigte diesbezüglich, dass der Heilige Stuhl weiterhin auf einen schnellen Abschluss der laufenden Gespräche mit Israel hoffe. Beim Besuch des israelischen Staatspräsidenten Simon Peres bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan seien diese Punkte angesprochen worden.

Der Jesuitenpater erklärte, dass sich eine gemeinsame Kommission seit Jahren darum bemühe, offene Fragen im Rechtsbereich und Steuerwesen auszuräumen. Auch um die Anerkennung des katholischen Besitzes gehe es.

Im Juli dieses Jahres hieß es aus dem Vatikan, die jüngsten Beratungen der Ständigen Arbeitskommission des Heiligen Stuhls und des Staates Israel seien sehr konstruktiv verlaufen.

Bei den bilateralen Verhandlungen über den Grundlagenvertrag aus dem Jahr 1993 geht es um die Klärung offener Rechts- und Eigentumsfragen der Kirche in Israel und das Thema der Steuerbefreiung für kirchliche Einrichtungen. Nach fünf Jahren, in denen es keine offiziellen Begegnungen gegeben hatte, waren die Delegationen beider Staaten im Mai dieses Jahres erstmals wieder in Rom zusammengekommen.