P. Federico Lombardi SJ: Evangelisierung ist „Einladung zur Freiheit“

Kommentar zur „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“

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ROM, 17. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Eine „Einladung in Freiheit zur Freiheit“ und kein Zwang, mit diesen Worten hat der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi SJ das Wesen von Evangelisierung umschrieben.



In der jüngsten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die wöchentlich vom Vatikanischen Fernsehzentrum ausgestrahlt wird, befasste sich der Jesuitenpater mit der „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“, die am Freitag im Vatikan vorgestellt worden war. Die Kernaussage dieses Dokuments der Kongregation für die Glaubenslehre brachte P. Lombardi mit Worten des heiligen Paulus auf den Punkt: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde.“

Diese starken Worte des Völkerapostels erklingen, wie der Geistliche feststellte, „auch heute noch in den Herzen eines jeden wahren Gläubigen, der von der Liebe Christi ergriffen und erobert wurde und vom Wunsch beseelt ist, das empfangene Geschenk mitzuteilen.“

Evangelisation sei eine „natürliche Folge des christlichen Glaubens, ein leidenschaftliches Angebot der größten und schönsten Errungenschaft, die es im Leben gibt, und etwas, das man nicht egoistisch für sich behalten möchte.“

Es handle sich dabei immer um ein Angebot, niemals um eine Auflage oder einen Zwang. „Es ist ein Angebot, das in Freiheit gemacht wird und zur Freiheit führt, aus lauter Liebe, der Liebe Christi und der Liebe zu den anderen. Es gibt nur dort Liebe, wo es Freiheit gibt.“

Die Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre beabsichtigt nach Worten von P. Lombardi, „uns von einer ungerechtfertigten Haltung der Furchtsamkeit zu befreien, so als ob die Verkündigung des Evangeliums eine indiskrete Einmischung in das Leben der anderen wäre, so als ob es keinen Unterschied für unser Leben machte, ob wir Jesus Christus nun kennen oder nicht.“

Der Jesuitenpater fügte hinzu: „Nein, das ist eben nicht gleichgültig - weder für uns, noch für andere. In der Tat: Damit unsere Verkündigung glaubwürdig ist, darf sie nicht nur eine Verkündigung mit Worten sein, sondern auch eine Verkündigung mit dem Zeugnis des Lebens. Wir sprechen auch durch die Heiligkeit des Lebens.“

Die Begeisterung für die Verbreitung der Liebe Christi „ist sicherlich nicht etwas, was ausschließlich für Katholiken gilt, sondern sie gehört zu allen wahren Christen“.