P. Johann Schwingshackl SJ (1887-1945)

Geistlicher und Widerstandskämpfer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 238 klicks

Johann Schwingshackl wurde am 4. Mai 1887 in Welsberg in Tirol als Sohn einer Bergbauernfamilie geboren. Als er im Alter von zehn Jahren den Wunsch äußerte, studieren zu dürfen, hatte der Vater keinerlei Verständnis. Rückblickend notierte er dazu in sein Tagebuch: „Ich glaube nämlich nicht, dass ich am Priesterberuf festgehalten hätte, wenn ich damals als Knabe die Studien begonnen hätte.“ Tatsächlich begann Johann, wie schon sein Vater, in der Landwirtschaft zu arbeiten. 1914 wurde er mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Militärdienst eingezogen. Schwinghackl geriet in russische Gefangenschaft, wo er sich eine tuberkulöse Lungeninfektion und eine Typhus-Erkrankung zuzog. 1918 kehrte er tief von den Kriegserlebnissen gezeichnet in seine Heimat zurück: „Grausiger Krieg! ... Männer, die ihr dies heraufbeschworen, wo und wer immer ihr seid, wie wollt ihr das verantworten?“

1919 trat er in St. Andrä im Lavanttal in den Jesuitenorden ein. An der Universität in Innsbruck und in Krakau studierte er von 1920 bis 1926 Theologie und Philosophie. 1924 folgte die Priesterweihe. Nach einer weiteren schweren Lungenerkrankung musste Schwingshackl für eine gewisse Zeit zunächst nach Davos, dann in seine Heimat Welsberg zurückkehren. 1931 wurde er Novizenmeister in St. Andrä, 1933 Volkskommissar. Seit 1936 arbeitete er als Novizenmeister; 1938 wurde er nach Wien in die Pfarrei St. Martin berufen. Da er sich immer wieder kritisch über das Regime der Nationalsozialisten äußerte, baten schließlich die Gläubigen seiner Gemeinde die Ordensoberen darum, Schwinghackl an einen ungefährlicheren Ort zu versetzen. Ab dem folgenden Jahr war er in Bad Schallerbach in Steyr tätig. Schwinghackl, der mehrfach verwarnt und 1943 mit einem Redeverbot belegt worden war, wurde am 18. Februar 1944 von der Gestapo verhaftet. Seinen Provinzial hatte er 1943 darum gebeten, für ihn zu beten: „dass ich recht handle, dass ich zwar auch nie unklug sein möge, aber ja nie feige!“ Gegenüber Bischof Rusch hatte er geäußert: „Man muss heute schon fast ein schlechtes Gewissen haben, wenn man bei diesem Regime noch nicht eingesperrt ist.“

Volksgerichtshofpräsident Roland Freisler erließ das Todesurteil am 16. Dezember 1944. P. Johann Schwinghackl starb vor der Vollstreckung in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1945 in seiner Zelle in München-Stadelheim.

Seine sterblichen Überreste ruhen seit dem 13. Juni 1985 in der Gruft der Jesuitenkirche in Innsbruck.