P. Julián Carrón: „Comunione e Liberazione“ im Dienst von Papst und Kirche

Begegnung mit dem Heiligen Vater auf dem Petersplatz

| 559 klicks

ROM, 28. März 2007 (ZENIT.org).- P. Julián Carrón, Vorsitzender des Leitungsrats der Bewegung „Gemeinschaft und Befreiung“ („Comunione e Liberazione“) und der gleichnamigen Fraternität, bekräftige am Samstag bei der Begegnung von mehr als 80.000 Mitgliedern und Freunden der Bewegung mit Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz, dass die Gemeinschaft sich weiterhin unermüdlich für das Wohl der Weltkirche einsetzen wolle.



Durch das Beispiel von P. Luigi Giussani hätten die Mitglieder der Bewegung das gelernt, was auch der Heilige Vater unermüdlich wiederhole, seitdem er das Papstamt übernommen habe: „die Schönheit des Christentums. Wir sind von der Schönheit Christi fasziniert“, fuhr der Priester fort. „Sie hat uns durch das ansteckend intensive Leben Don Giussanis überzeugt, bis zu dem Punkt, dass jeder von uns mit Jacopone da Todi ausrufen kann: ‚Christus ergreift mich ganz in seiner Schönheit.‘ Diese Schönheit des Christentums haben wir entdeckt, ohne irgendetwas authentisch Menschliches zu übergehen. Mehr noch, für uns entspricht der Glaube an Christus der Verherrlichung des Menschseins.“

Das ganze erzieherische Bemühen von Don Giussanis habe darin bestanden, „die Entsprechung aufzuzeigen, die zwischen Christus und den authentischen Forderungen des Menschseins besteht. Er war überzeugt, dass nur ein Vorschlag, der sich an die Vernunft und Freiheit des Menschen richtet und in der Erfahrung bewährt, den Menschen zu interessieren vermag. Denn nur ein solcher Vorschlag kann seine Wahrheit, das heißt seine Angemessenheit für den Menschen erweisen. Wir möchten in Don Giussanis Fußstapfen treten.“

P. Carrón hob hervor, dass sich die Mitglieder und Freude von „Comunione e Liberazione“ ihrer Nichtigkeit bewusst seien. Deshalb beteten sie jeden Tag darum, „Ja sagen zu können zu der Gnade“, die ihnen geschenkt worden sei – „damit wir sie ohne Ansprüche, aber auch ohne Furcht unseren Menschenbrüdern bezeugen können. Wir sind gewiss, dass das Herz des Menschen, auch wenn es verletzt ist, selbst in diesem Augenblick der Verwirrung in der Welt, weiterhin die Wahrheit und die Schönheit anerkennen kann, sobald der Mensch sie auf seinem Lebensweg findet.“

Der Nachfolger des aus Mailand stammenden und 2005 verstorbenen Gründers der Bewegung wies in seinem Grußwort an Benedikt XVI. auch darauf hin, „welchen Wert der Nachfolger Petri für unseren Glauben hat. Ohne Ihr Zeugnis, das von der Macht des Heiligen Geistes garantiert wird, würde das Christentum in eine der vielen unterschiedlichen ideologischen Varianten zerfallen, die die Welt beherrschen.“ In diesem Sinn brachte er seine eigene Bereitschaft und die der Menschen zum Ausdruck, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, um vom Heiligen Vater „Weisungen und mögliche Korrekturen“ für ihren Weg entgegenzunehmen.

„Wir sind überzeugt, dass wir in Ihrer Nachfolge das Geschenk des Charismas, das uns fasziniert hat, für die ganze Kirche und die Welt nutzbar machen. Wir werden Ihre Worte aufnehmen und – ich bin mir sicher, im Namen aller zu sprechen – uns bemühen, sie mit allem, was uns möglich ist, zu leben.“

Der Papst würdigte in seiner Antwort das Lebenswerk von P. Giussani, den er einmal als einen von der Schönheit verletzten Menschen beschrieben hatte, „der nicht auf sich, sondern auf Christus schaute und so die Herzen der Menschen gewann“.