P. Lombardi: Der Papst fordert verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt

Reiche und arme Nationen sind gleichermaßen gefordert

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ROM, 7. Januar 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. fordere von den reichen, aber auch von den armen Nationen mehr Einsatz zur Erhaltung des Planeten, erklärte Jesuitenpater Federico Lombardi.



„Bis vor einiger Zeit schien das Thema Umwelt eher ein Anliegen der Reichen zu sein und nicht so sehr der Armen, also der entwickelten Länder und nicht so sehr jener, bei denen die wirtschaftliche Entwicklung stattdessen zur absoluten Priorität geworden ist“, so der Pressesprecher des Heiligen Stuhls in der jüngsten Sendung der Vatikan-Fernsehsendung „Octava Dies“. In ihrem Mittelpunkt stand die Botschaft Benedikts XVI. zum Weltfriedenstag, der am 1. Januar begangen worden war.

„Die Regulierung und Einschränkung dieser Entwicklung erschien wie ein Luxus; wie eine Methode, um die schwachen Nationen in ihrem Zustand der Unterwerfung zu belassen. Heute schlagen die häufigen Katastrophen, die durch das ökologische Ungleichgewicht hervorgerufen werden, mit neuer Stärke zu, und sie treffen all jene, die nicht über Mittel und Wege verfügen, um sich zu verteidigen“, unterstrich P. Lombardi. Gleichzeitig wachse das Bewusstsein für die „nicht wieder gutzumachende Verarmung der Ressourcen jener Nationen, die am schwächsten sind“.

In seiner Botschaft zum diesjährigen Weltfriedenstag stellt Benedikt XVI. unter anderem fest: „Heute bangt die Menschheit um das künftige ökologische Gleichgewicht. Es ist gut, diesbezügliche Einschätzungen mit Bedachtsamkeit, im Dialog zwischen Experten und Gelehrten, ohne ideologische Beschleunigungen auf übereilte Schlussfolgerungen hin vorzunehmen; vor allem sollte dabei ein annehmbares Entwicklungsmodell gemeinsam vereinbart werden, das unter Beachtung des ökologischen Gleichgewichts das Wohlergehen aller gewährleistet.“

Pater Lombardi wies darauf hin, dass der Papst den Umweltschutz mit einem „starken moralischen Appell an die Solidarität“ verbinde, und zwar „auf Grundlage der Anerkennung der universalen Bestimmung der Güter der Schöpfung, die auch die Armen und die neuen Generationen einbezieht“.

Der Geistliche, der neben dem Pressebüro des Heiligen Stuhls auch „Radio Vatikan“ und das Vatikanische Fernsehzentrum CTV leitet, erklärte ferner, dass Benedikt XVI. „zum Dialog“ über dieses Thema und zum „seriösen wissenschaftlichen Studium“ ohne „jegliche ideologische Engführung“ aufrufe. Ziel sei es, sehr konkrete „Modelle für die nachhaltige Entwicklung“ zu entwickeln, und dazu sei es notwendig, sich innerhalb der Völkergemeinschaft über die „Verwaltung der Energie-Ressourcen des Planten“ einig zu werden.

„Wieder einmal macht uns das Wissen darum, dass wir von Gott geschaffen sind, ihm und den anderen Menschen gegenüber verantwortlich. Aber wir müssen auch in dieser unserer gemeinsamen Heimat praktische Wege zur Zukunft der Menschheit finden – durch die harte Arbeit der Vernunft und des Dialogs. Ein Bündnis zwischen Glaube und Vernunft ist notwendig.“