P. Lombardi nimmt zur Diskussion um muslimischen Täufling Stellung

Papst Benedikt XVI. unterstreicht Bedeutung der Religionsfreiheit

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ROM, 31. März 2008 (Zenit.org).- Pater Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, erläuterte am Donnerstag die Haltung des Heiligen Stuhls bezüglich der Taufe des muslimischen Konvertiten Magdi Allam durch Papst Benedikt XVI. während der Ostervigil im Petersdom. Die Klarstellung war nötig geworden, nachdem der heute katholische Vizechefredakteur der auflagenstärksten italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Tag nach seiner Taufe gewissen Formen des praktizierten Islams Hass und Intoleranz vorgeworfen hatte.



In mehreren Interviews hatte Allam, der nach seiner Taude den Vornamen „Cristiano“ annahm, seine Überzeugungen bekräftigt, was unter islamischen Organisationen für Unmut sorgte und den Sprecher der Initiative von 138 islamischen Theologen „A Common World“, Aref Ali Nayed, dazu veranlasste, die Entscheidung des Papstes, den Täufling in der Osternacht im Petersdom in den Schoß der katholische Kirche aufzunehmen, als „provozierend“ zu kritisieren.

Der Pressesprecher des Heiligen Vater stellte im Hinblick auf die persönlichen Ausführungen von Allam klar: „Einen neuen Gläubigen in die Kirche aufzunehmen heißt nicht, sich alle seine Ideen und Positionen zu Eigen zu machen.“

In der Erklärung unterstreicht P. Lombardi, dass in vielen Themenbereichen unter Christen ein „legitimer Pluralismus“ herrsche und dass jeder das Recht habe, seine persönlichen Ansichten zu bekunden, ohne dass diese „in irgendeiner Weise offizieller Ausdruck der Positionen des Papstes oder des Heiligen Stuhls“ wären.

Angesichts des Vorwurfs, die Aussagen des getauften Journalisten seien mit der Botschaft des byzantinischen Kaisers identisch, den Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede zitiert hatte, verwies Vatikan-Sprecher Lombardi auf die Erläuterungen, die damals zu einer „korrekten Interpretation“ der Regensburger Rede im Sinn Benedikts XVI. veröffentlicht worden waren. Nach dieser Klarstellung, so der Jesuitenpater, bedürfe es keiner neuen Durchdringung dieses Themas.

Zugleich blieben einige der in der Regensburger Rede berührten Themen wie das Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft oder Religion und Gewalt weiterhin brennende Fragen, und es sei jedem freigestellt, sich an der Diskussion zu beteiligen und unterschiedliche Positionen zu vertreten. „Solche Fragen können nicht von heute auf morgen gelöst werden“, unterstrich P. Lomardi SJ.

Die Tatsache, dass der Papst einen Muslim, den man persönlich sehr schätze, in einer besonders feierlichen Zeremonie wie die der Osternacht getauft habe, unterstreiche erneut, wie wichtig dem Papst die Betonung der Religionsfreiheit sei, die es jedem erlaubt, sich frei für eine Religion zu entscheiden.