P. Lombardi SJ: Aufrichtiger und ehrlicher Dialog mit dem Islam ist möglich

Kommentar zur kürzlichen erfolgten Einladung Benedikts XVI. an muslimische Gelehrte, den Vatikan zu besuchen

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ROM, 10. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. glaube an einen „aufrichtigen und ehrlichen Dialog“ mit dem Islam. Davon zeugt nach Worten des Pressesprechers des Vatikans, P. Federico Lombardi SJ, das päpstliche Antwortschreiben auf den Brief von 138 muslimischen Gelehrten.



In der jüngsten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die wöchentlich vom Vatikanischen Fernsehzentrum ausgestrahlt wird, kommentierte der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls die Reaktion des Papstes auf das Schreiben der muslimischen Gelehrten, die Mitte Oktober zu einem intensiveren Dialog zwischen Christentum und Islam aufgefordert hatten.

P. Lombardi erklärte: „Das war ein wichtiges Schreiben, das die zentrale Rolle der Liebe zu Gott und die Nächstenliebe im Koran und in der hebräischen und der christlichen Bibel unterstrich, und das mit der klaren Absicht, das gemeinsame Engagement für den Frieden in der ganzen Welt auf der Grundlage eines tiefen gegenseitigen Verständnis zu fördern.“

Der positive Geist dieses Schreibens sei schon durch den Titel deutlich geworden: „Ein gemeinsames Wort zwischen uns und Ihnen“ – ein Zitat, das einem berühmten Vers des Korans entnommen und an die „Menschen des Buches“ (Juden und Christen) – gerichtet ist.

Papst Benedikt erinnere uns in seinem Antwortschreiben daran, „dass wir die Unterschiede nicht unterschätzen sollten. Aber zugleich betont er vor allem das, was eint. Er fördert die Achtung und das Wissen von einander und die effektive Anerkennung der Würde eines jeden Menschen; er zeigt sein Vertrauen in eine aufrichtige Form von wachsender Akzeptanz, die viel versprechend auf die Förderung von Gerechtigkeit und Frieden abzielt.“

Benedikt XVI. bleibe aber nicht bei Worten stehen, fügte Pater Lombardi hinzu. „Er lädt den muslimischen Prinzen Ghazi ibn Muhammad bin Talal aus Jordanien ein, mit einer Delegation des Trägerkreises des gemeinsamen Schreiben nach Rom zu kommen. Er schlägt ihnen allen ein Treffen der Reflexion und des Studiums mit dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und einigen Experten aus katholischen akademischen Einrichtungen vor.“

Zusammenfassend lasse sich sagen: „Der Papst glaubt an einen Dialog, einen aufrichtigen und ehrlichen Dialog.“

Unter den Muslimen gebe es „viele starke und zuverlässige Gesprächspartner, die sich der großen Herausforderungen der Menschheit heute bewusst sind“, so P. Lombardi. „Und es ist etwas Positives, dass unter ihnen eine Fähigkeit für gemeinsame Erklärungen wächst und der Wunsch, sich ausdrücklich zum Frieden zu bekennen. Die Richtung ist die richtige. Wir müssen einander helfen, diesen Weg weiterzugehen.“