P. Lombardi SJ: Das Geheimnis nachhaltiger Entwicklung liegt in der Bildung

Pressesprecher des Papstes analysiert den G8-Gipfel

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ROM, 11. Juni 2007 (ZENIT.org).- Der Weg zu wachsender globaler Entwicklung führt nach Worten von P. Federico Lombardi SJ über die Ausbildung. Der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, der zugleich „Radio Vatikan“ und dem Vatikanischen Fernsehzentrum vorsteht, äußerte sich im Hinblick auf die Ergebnisse des Gipfeltreffens der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8), der am Freitag in Heiligendamm zu Ende ging.



Man könne von einigen Lichtblicken für die Zukunft sprechen, auch wenn es bei den Maßnahmen zum Klimaschutz zu keinen praktischen Konsequenzen gekommen sei, so das Urteil des Jesuitenpaters in der letzten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die jede Woche vom Vatikanischen Fernsehzentrum ausgestrahlt wird. Als positive Zeichen wertete er die „friedlichen Beziehungen zwischen den USA und Russland“ sowie die Verpflichtungen zur Bekämpfung des weltweiten Hungers und zur „Verbesserung der Entwicklungschancen der Völker“.

Diesbezüglich seien im Vorfeld zahlreiche Mahnungen zu vernehmen gewesen, denen durch die eindringlichen Erklärungen des lateinamerikanischen und karibischen Episkopats in ihrer Abschlusserklärung von Aparecida (Brasilien) zusätzliches Gewicht erhalten hätten. Die lateinamerikanischen Bischöfe, die für das geistliche Wohl von rund 40 Prozent der katholischen Weltbevölkerung verantwortlich sind, hatten sich nach P. Lombardi für eine Weltwirtschaft im Dienst einer menschlichen und ökologischen Entwicklung ausgesprochen, „die auf Gerechtigkeit, Solidarität und dem globalen Gemeinwohl gründet“.

Papst Benedikt hatte die G8-Staaten und die EU-Mitgliedsländer (in einem Brief an die deutsche Bundeskanzlerin und Ratsvorsitzende Angela Merkel) eindringlich dazu aufgefordert, in Sachen Armutsbekämpfung besonders in Afrika eine Vorreiterrolle einzunehmen. Am vergangenen Mittwoch habe der Heilige Vater seinen Appell erneuert und betont, dass die Bildung - eines der Millennium-Entwicklungsziele - die Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung sei, fuhr P. Lombardi fort.

Der Papst hatte am Ende der Generalaudienz erklärt: „Andere Kirchen, Religionsgruppen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft teilen diesen Bildungsauftrag. Das ist eine Realität, die die Regierungen und internationalen Organisationen im Sinn des Prinzips der Gegenseitigkeit anerkennen, schätzen und unterstützen sollten - auch durch angemessene finanzielle Beiträge.“