P. Lombardi SJ: Die Weltkirche teilt die Verpflichtung der lateinamerikanischen Bischöfe zur „ständigen Evangelisierung“

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ROM, 4. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Der Weg, der von der großartigen Predigt vom 13. Mai durch Papst Benedikt XVI. in Brasilien geöffnet wurde, hat seine ersten Früchte hervorgebracht“, erklärte der Pressesprecher des Vatikans, P. Federico Lombardi SJ, mit Blick auf die Ergebnisse der V. Vollversammlung des lateinamerikanischen und karibischen Episkopats, die am 31. Mai im größten brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida zu Ende gegangen ist.



„Wir sprechen hier von ,ersten‘ Früchten, weil die echten Früchte im Leben der Kirche von Lateinamerika heranreifen müssen. Aber der Anstoß und die Zielrichtung geben Anlass zu großer Hoffnung“, bekräftige der Jesuitenpater in der letzten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die jede Woche vom Vatikanischen Fernsehzentrum ausgestrahlt wird.

„Natürlich werden jetzt alle enttäuscht sein, die sich etwas ganz Neues erwartet haben“, fuhr P. Lombardi fort, der für das genannte Fernsehzentrum, „Radio Vatikan“ und das Pressebüro des Heiligen Stuhls verantwortlich ist. Der gemeinsame Entschluss, sich zu einer neuen „kontinentalen Mission“ zu verpflichten, „deren klare Prioritäten die Verkündigung des Reiches Gottes und der menschliche Fortschritt sind“, seien allerdings etwas ganz Besonderes.

„Die großen Themen der heutigen Zeit waren in den Reflexionen der Bischöfe eindeutig präsent: die Schwierigkeit der Glaubensweitergabe, die Globalisierung und die strukturelle Ungerechtigkeit.“ In diesem Kontext sollten „die kirchlichen Gemeinschaften ihre Seelsorge und ihr Zeugnis des christlichen Lebens erneuern“, erklärte der Ordenspriester. Diese Erneuerung gehe vom Glauben an Jesus Christus aus, „der die Liebe Gottes des Vaters zu uns offenbart“.

Die „vorrangige Option für die Armen“, die Papst Benedikt in Aparecida gefordert habe, setze den Glauben an einen Gott voraus, „der für uns arm geworden ist“. Dieser Gott müsse „lautstark verkündet und in den Horizont weit reichender Verpflichtungen gestellt werden, die von der Förderung des internationalen Rechts bis hin zur Verteidigung von Ehe, Familie, Leben und Schöpfung gehen müssen“.

Wie P. Lombardi erklärte, gehe es somit „um eine inkarnierte und inkulturierte Evangelisierung, die sich insbesondere für junge Leute wieder neu öffnet - vor allem für jene jungen Menschen, die sich, wie wir es in Brasilien gesehen haben, voller Hoffnung um Benedikt XVI. scharten; mit einer Hoffnung, auf die sie ein Recht haben“.

Abschließend betonte der Priester: „Die Weltkirche fühlt sich mit der Kirche in Lateinamerika in ihrer erneuerten Position einer ‚ständigen Evangelisierung‘ verbunden.“