P. Lombardi SJ kommentiert Sensationsfund in Sankt Paul vor den Mauern

Die Gräber der Apostelfürsten Petrus und Paulus, Hauptattraktion von Rom

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ROM, 7. Juli 2009 (ZENIT.org).- Die Stadt Rom ist nicht etwa deshalb der Mittelpunkt der Christenheit, weil sie die Hauptstadt des römischen Reiches war, „sondern weil die Apostelfürsten in ihr das Martyrium erlitten haben und ihre Gräber immer gepflegt und verehrt worden sind“. Daran erinnerte P. Federico Lombardi SJ, Leiter des Presseamtes des Heiligen Stuhls, in der letzten Ausgabe von „Octava Dies“, jener informativen Fernsehsendung, die jede Woche vom Vatikanischen Fernsehen ausgestrahlt wird.



Lombardi kommentierte die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um das Paulusgrab, die allgemein eine „verständliche Begeisterung“ hervorgerufen hätten. Papst Benedikt XVI. hatte am 29. Juni während der Vesper zum feierlichen Abschluss des Paulusjahres eine Sensation verkündet: den Fund von Knochenresten, die rund 2000 Jahre alt seien. Diese Entdeckung scheine „die einmütige und unbestrittene Überlieferung zu bestätigen, der zufolge es sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handelt“, so Papst Benedikt (vgl. Predigt im Wortlaut).

Lombardi zog eine Parallele zwischen dem jüngsten Knochenfund im Sarkophag des Völkerapostels und den archäologischen Ausgrabungen unterhalb des Petersdoms, „mit denen, ohne eine Spur des Zweifels zu lassen, bestätigt werden konnte, dass sich genau unter dem Hauptaltar in der alten Vatikanischen Nekropolis das Grab des Apostels Petrus befindet“.

Auch wenn die Reliquienverehrung heute nicht mehr so modern sei, seien die Gräber und Wirkstätten „derer, die uns vorangegangen sind, und ganz besonders die der Heiligen, für das Verständnis unseres Verwurzeltseins in der lebendigen Tradition des Glaubens von großer Bedeutung“, hob P. Lombardi hervor.

„Petrus und Paulus, Fels und Licht der Verkündigung, diese Jünger Jesu, die so verschieden waren, aber sich in gewisser Weise auch ergänzten, ziehen nach wie vor unsere Aufmerksamkeit auf sich und lenken unsere Schritte nach Rom ‚ad limina Apostolorum'“ – zu den Schwellen der Apostelgräber. In gewisser Weise lebten die Apostelfürsten somit auch heute noch unter den Menschen, um ihnen Orientierung zu bieten, sie zu inspirieren und im Glauben zu stärken.