P. Lombardi SJ kommentiert zwei Ereignisse, die zur Hoffnung Anlass geben

UNO-Moratorium zur Todesstrafe, Ansprache des französischen Staatspräsidenten

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ROM, 24. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Das UNO-Moratorium zur Todesstrafe und das Votum des französischen Präsidenten Sakorzy für einen „positiven Laizismus“ sind zwei Gründe, um in dieser Weihnachtszeit frohen Mutes zu sein, erklärte der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, Jesuitenpater Federico Lombardi, in der letzten Ausgabe von „Octava Dies“, der wöchentlichen Fernsehsendung des Vatikanischen Fernsehens. „Zu Weihnachten wünschen wir uns alle und hoffen wir, dass neue positive Gegebenheiten entstehen.“



Die Geburt Jesu Christi ist in den Augen des Geistlichen „das große neue Ereignis, das entscheidende Ereignis“. Aber es schwäche die Bedeutung anderer „neuer Realitäten, die in dieser Welt entstehen“, nicht ab. „Die Neuheit Christi erlaubt es uns, sie in ihrer Tiefe zu verstehen, damit sie nicht nur flüchtige Ereignisse bleiben.“

Der Pressesprecher des Vatikans verwies dabei auf zwei konkrete Ereignisse aus der vergangenen Woche; auf „Neuheiten dieser Welt, die sich nicht unbedingt im Leben der Kirche im engeren Sinn abgespielt haben, aber Vorgänge sind, an denen die Kirche intensiv beteiligt ist“.

Zunächst erwähnte Pater Lombardi, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen am vergangenen Dienstag ein Moratorium hinsichtlich der Vollstreckung der Todesstrafe verabschiedet hatte. Dieser Beschluss bedeute zwar nicht, dass die Todesstrafe nun „aus der Welt“ sei, aber es handle sich um „einen wichtigen Schritt in Richtung Entwicklung eines gemeinsamen Bewusstseins der Achtung vor dem Leben“. Das Moratorium „vermittelt das rechte Bewusstsein für die Grenzen der menschlichen Gerechtigkeit und ein regeneratives und nicht rachsüchtiges Verständnis von Strafe“.

Die katholische Kirche engagiere sich mutig im Kampf gegen Abtreibung und Sterbehilfe, und „sie verpflichtet sich, beharrlich dafür zu arbeiten, dass die Todesstrafe aus der Welt geschafft wird“.

Pater Lombardi kam anschließend darauf zu sprechen, dass der französische Präsident Nicolas Sarkozy am vergangenen Donnerstag bei seiner Rede in der römischen Lateranbasilika einen „positiven Laizismus“ gefordert habe. „Das heißt, dass ein Laizismus, der über die Freiheit der Gedanken, des Glaubens und des Unglaubens wacht, nicht der Auffassung ist, die Religion sei eine Gefahr, sondern eher ein Vorteil“.

Somit bestehe ein zweiter Grund für die Hoffnung in dieser Weihnachtszeit in „der Klarheit, mit der der französische Präsident Sarkozy die Bedeutung der christlichen Wurzeln seines Landes herausgestellt und einen Vorschlag für eine neue und positive Perspektive von Laizität des Staates gemacht hat, in dem der Beitrag der Gläubigen und der Kirche erwünscht ist“, so P. Lombardi SJ. Dies sei eine „wesentliche Voraussetzung für die gemeinsame Zusammenarbeit und auch und vor allem dafür, dass die Hoffnung genährt wird, ohne die unsere Welt zu einer Wüste würde“.

Die beiden Ereignisse, auf die der Sprecher des Heiligen Vaters Bezug nahm, „sind menschliche Hoffnungen, die - wie Benedikt XVI. in seiner letzten Enzyklika erklärt - von den Gläubigen im Licht der großen Hoffnung, die für die ganze Welt und für alle ist, wahrgenommen und erlebt werden können“.