P. Lombardi SJ: „Kultur der Solidarität“ mit Schwerkranken und Sterbenden

Kirche und Gesellschaft sind gefordert, sich der alten, aber stets aktuellen Frage des guten Sterbens anzunehmen

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ROM, 4. März 2008 (Zenit.org).- Jeder sollte sich auf seinen Tod, diesen entscheidenden Augenblick im Leben jedes Menschen, vorbereiten, und jeder sollte beim Sterben begleitet werden. Das betonte P. Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, in der letzten Ausgabe der Wochensendung „Octava Dies“, die vom Vatikanischen Fernsehen ausgestrahlt wird.



Auch in einer von großen wissenschaftlichen Errungenschaften und technologischen Fortschritten bestimmten Gesellschaft stelle sich die Herausforderung des Todes und die Frage nach dem guten Sterben, bekräftigte der Jesuitenpater mit Blick auf die Ansprache, die Benedikt XVI. am 25. Februar vor den Teilnehmern des Kongresses „An der Seite des unheilbar kranken und sterbenden Menschen: ethische und praktische Leitlinien“ gehalten hatte. Die internationale Begegnung war von der Päpstlichen Akademie für das Leben im Vatikan organisiert worden.

Pater Lombardi wies darauf hin, dass der Heilige Vater die Kirche und die Institutionen des öffentlichen Lebens aufgefordert habe, „sich dieser alten, aber immer aktuellen Fragestellung“ wirklich anzunehmen.

„Kein Gläubiger dürfte in Einsamkeit und Verlassenheit sterben“, hatte der Bischof von Rom in seiner Ansprache betont. „Mutter Teresa von Kalkutta sorgte sich in besonderer Weise darum, die Armen und Verlassenen aufzunehmen, damit sie wenigstens im Augenblick des Todes in der Umarmung der Schwestern und Brüder die Wärme des Vaters erfahren könnten. Es ist jedoch nicht nur die christliche Gemeinde, die sich aufgrund ihrer besonderen Bande der übernatürlichen Gemeinschaft dafür einsetzt, in ihren Mitgliedern das Geheimnis des Schmerzes und des Todes sowie den Anbruch des neuen Lebens zu begleiten und zu feiern. In der Tat ist die ganze Gesellschaft durch ihre Gesundheitseinrichtungen und zivilen Institutionen dazu aufgerufen, das Leben und die Würde des Schwerkranken und Sterbenden zu achten.“

Nach Worten des Pressesprechers von Benedikt XVI. geht es somit darum, eine „Kultur der Solidarität“ aufzubauen, die alle Lebensbereiche umfasst. Denn: „Eine Gesellschaft, die die Leidenden nicht annehmen und nicht im Mit-leiden helfen kann, Leid auch von innen zu teilen und zu tragen, ist eine grausame und inhumane Gesellschaft“, wie der Papst mit Worten aus Spes salvi bekräftigt hatte.

„In diesem Sinn erneuert die Kirche ihren Widerstand gegen jede Form von direkter Euthanasie“, so Pater Lombardi. „Sie tut das, weil sie nicht davon ablassen kann, an die Liebe und Hoffnung zu glauben, an den Sinn des Leidens und die transzendente Bestimmung, die wir alle haben.“