P. Lombardi SJ: Papst Benedikt warnt vor zerstörerischem „Bildungsnotstand“

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ROM, 18. Juni 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. denkt, dass der aktuelle „Bildungsnotstand“ auf der zunehmenden Schwierigkeit beruht, grundlegende Werte des Lebens weiterzugeben. Das erklärte P. Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, in der letzten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die jede Woche vom Vatikanischen Fernsehzentrum ausgestrahlt wird.



Die mangelhafte Weitergabe von Werten bringe „eine Gesellschaft und eine Kultur des Relativismus“ hervor, so der Jesuitenpater, der auch mit der Leitung von „Radio Vatikan“ und des Vatikanischen Fernsehzentrums betraut ist. Er kommentierte den Vortrag, den Papst Benedikt XVI. an 11. Juni anlässlich der diesjährigen römischen Diözesanversammlung in der Lateranbasilika gehalten hatte, die sich dem Thema der Erziehung und Weitergabe des Glaubens annimmt.

„Die Situation ist so ernst, dass der Papst in unserer Zivilisation in gewisser Weise selbstmörderische Tendenzen ausmacht, und er spricht von einem ‚merkwürdigen Selbsthass‘, der für die heutige Gesellschaft charakteristisch ist“, erläuterte P. Lombardi. „Das sind starke Worte, die sich wirklich gegen den Strom der heutigen Zeit stellen und offensichtlich gerade deshalb Kritik hervorgerufen haben.“ Papst Benedikt XVI. sei unter anderem beschuldigt worden, „starrsinnig und reaktionär eingestellt zu sein“.

P. Lombardi wies darauf hin, dass jeder „aufmerksame und loyale Geist“ nicht umhin kommen könne anzuerkennen, „dass Papst Benedikt XVI. den Mut besitzt, den Kern der Probleme unserer Tage frei und direkt beim Namen zu nennen. Er erinnert nicht nur die Katholiken an die Verantwortung für die zukünftigen Generationen.“

Die mahnenden Worte des Heiligen Vaters seien „nicht nur eine negative Botschaft; es handelt sich nicht um eine vergebliche Kritik“ – schließlich sehe sich die Kirche zutiefst mitverantwortlich dafür, Richtlinien und Grundlagen für eine ganzheitliche Erziehung zu erarbeiten und zu schaffen, „die auf einer lebendigen Beziehung zu Jesus gründen“, und sie sei immer dazu bereit, „der ganzen Gesellschaft ihre reiche pädagogische Erfahrung anzubieten“. Es sei notwendig, dass man die Augen für die großen Gefahren öffne, die unsere Kultur bedrohe.