P. Lombardi SJ: Warum das Priesterjahr alle angeht

Der kommende Freitag leitet eine Erneuerung der Kirche ein

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ROM, 15. Juni 2009 (ZENIT.org).- Ein heiligmäßiges Leben der Priester werde eine Erneuerung der Kirche einleiten, betont der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi SJ, mit Blick auf das bevorstehende „Jahr der Priester", zu dem Papst Benedikt XVI. aufgerufen hat und das am kommenden Freitag, dem Fest des Heiligsten Herzens Jesu, eröffnet werden wird.

Der Jesuitenpater erzählte in der jüngsten Ausgabe der TV-Sendereihe „Octava Dies", die dem Streben der Priester nach Heiligkeit gewidmet war, dass der Heilige Vater den Seelsorgern oft einen Rosenkranz mitgebe mit der Bemerkung: „Auch Priester müssen daran denken zu beten!" Der Papst habe immer wieder öffentlich davor gewarnt, das Gebet aufgrund der Arbeit oder der Alltagssorgen zu vernachlässigen. „Es ist immer leicht, das Gebet auf oberflächliche Momente zu reduzieren, es zu beschleunigen und sich dabei von Aktivitäten und menschlichen Sorgen erdrücken zu lassen", so P. Lombardi, der in diesem Zusammenhang auch den heiligen Pfarrer von Ars zitierte: „Es gibt einige, die anscheinend auf diese Weise mit Gott reden: ‚Ich habe Dir nur zwei Dinge zu sagen, also mache ich es schnell und bin dann wieder unterwegs.'" Das „Jahr der Priester" beginnt zeitgleich mit dem 150. Todestag des heiligen Pfarrers von Ars.

Die Frage nach der Vereinigung mit Gott betreffe alle Christen, aber besonders die Priester, die die anderen Christen benötigten und deren Zahl gerade im Hinblick auf die gegenwärtigen Anforderungen so gering sei, fuhr Lombardi fort. Die Heiligkeit der Priester liege zuerst in deren eigener Verantwortung, aber sie betreffe dann auch die gesamte Gemeinschaft der Gläubigen. „Ein paar wenige unwürdige Priester sind genug, um die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beschädigen." Gerade die spirituelle Verbundenheit der Gläubigen bedeute eine wichtige Stütze für die Priester. Deshalb sei das „Jahr der Priester" für alle Katholiken wichtig, nicht nur für die Priester.