P. Lombardi SJ: Wer die Shoah leugnet, leugnet Gott

Die Shoah offenbart das Geheimnis Gottes

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ROM, 30. Januar 2009 (ZENIT.org).- „Wer die Shoah leugnet, weiß weder etwas vom Geheimnis Gottes, noch etwas vom Kreuz Christi. Umso schwerwiegender ist es, wenn die Verneinung aus dem Mund eines Priesters oder Bischofs kommt, das heißt von einem christlichen Würdenträger, sei er in Einheit mit der katholischen Kirche oder nicht.“



Dies betont der Direktor des vatikanischen Presseamtes in seinem heutigen Editorial für „Radio Vaticana“. P. Lombardi SJ verweist auf die Ansprache von Papst Benedikt XVI. in Auschwitz-Birkenau im Jahr 2006 und erklärt, dass die erschreckende „Demonstration der Macht des Bösen“, wie sie der Holocaust darstelle, den Glauben an die Existenz Gottes herausfordere.

Benedikt XVI. habe vorgestern, Mittwoch, bei der Generalaudienz nicht nur jede Form des Vergessens oder der Verneinung der Tragödie der Vernichtung von sechs Millionen Juden verurteilt, sondern auch auf die dramatischen Fragen hingewiesen, die diese Ereignisse an jeden Gläubigen stellten. Der Papst habe in Auschwitz nach dem „Warum?“ gefragt, nach dem Grund für das scheinbare Schweigen und die Abwesenheit Gottes.

„Mit diesem zweifachen Geheimnis konfrontiert – der schrecklichen Gewalt des Bösen auf der einen Seite und der scheinbaren Abwesenheit Gottes auf der anderen –, ist die letzte Antwort des christlichen Glaubens die Passion des Sohnes Gottes“, so P. Lombardi. „Wir können und dürfen diesen Fragen nicht aus dem Weg gehen, und noch weniger dürfen wir sie leugnen. Unser Glauben ist sonst trügerisch und leer.“