P. Lombardi SJ zu den Interpretationen seines Interviews mit „La Croix“

Würdigung der Arbeit von Kardinal Hoyos

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ROM, 10. Februar 2009 (ZENIT.org).- P. Federico Lombardi SJ. Direktor des vatikanischen Presseamtes, hat die Vermittlungstätigkeit von Kardinal Darío Castrillón Hoyos gewürdigt, durch die der Erlass der Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft Pius XVI. möglich wurde.

Lombardi äußerte sich in diesem Sinn, als er zu einem Interview Stellung nahm, das am 5. Februar von der französischen katholischen Zeitung La Croix veröffentlicht worden war (Zenit berichtete). In dem Interview mit „La Croix“ hatte Lombardi erklärt, dass es besser sei, Presseerklärungen gut vorzubereiten, besonders wenn es sich um „heiße“ Fragestellungen handle. Die Verantwortlichen im Vatikan, die mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verhandelten, hätten sich nur mit den Ansichten von deren Generaloberen, Bischof Bernard Fellay, befasst. Wenig Aufmerksamkeit sei aber den anderen drei Bischöfen und deren Einstellungen geschenkt worden.

„Eines ist gewiss“, so Lombardi gegenüber „La Croix“: „Der Papst wusste nichts. Wenn jemand etwas wissen müsste, so ist das Kardinal Darío Castrillón Hoyos.“ Kardinal Hoyos ist der Präsident der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“, unter deren Federführung die Verhandlungen mit der Priesterbruderschaft geführt worden waren.

Gegenüber der kolumbischen Zeitung „El Colombiano“ erklärte Lombardi jetzt, dass auch der Präsident der Kommission „Ecclesia Dei“ nicht über alles informiert gewesen sein habe können. Hoyos könne somit nicht beschuldigt werden, nichts über die Ansichten Richard Williamsons über die Shoah gewusst zu haben.
Der Kardinal kenne die Positionen des Generaloberen der Priesterbruderschaft sehr gut, so Lombardi. Dies schließe jedoch nicht ein, jeder einzelnen Meinung aller Mitglieder Rechnung zu tragen oder diese zu kennen. Die Verhandlungen seien nur zusammen mit dem Generaloberen Bischof Fellay geführt worden. Es sei somit nicht nur der Papst gewesen, der über die Positionen Williamsons hinsichtlich der Shoah nicht informiert gewesen sei, sondern auch Kardinal Hoyos. Dies gelte umso mehr für das letzte Interview, das Williamson dem schwedischen Fernsehsender gegeben hatte.

P. Lombardi betonte, dass man weiterhin größtes Vertrauen in die schwierige Arbeit des Kardinals habe, „um diese sehr heikle Beziehung aufzubauen und die Einheit der Kirche wiederherzustellen“. Diese Aufgabe erfülle der Kardinal im Auftrag des Papstes. Lombardi wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Benedikt XVI. zu Kardinal Hoyos „vollestes Vertrauen“ habe, insofern dieser einer seiner engsten Mitarbeiter sei.