P. Luis Aróstegui Gamboa über Edith Stein und ihr leuchtendes Vorbild für die heutige Jugend

Das Leben der Heiligen als Inspiration für die Besucher des 20. Weltjugendtags

| 1226 klicks

ROM/KÖLN, 12. Juli 2005 (ZENIT.org).- Ab sofort ist die "Internationale Arbeitshilfe“ zur geistlichen Vorbereitung auf den 20. Weltjugendtag in Köln erhältlich. Die 120 Seiten starke Broschüre, das Ergebnis der Arbeiten eines von Weltjugendtagssekretär Pfarrer Ulrich Hennes geleiteten Arbeitskreises zum Thema "Theologie und Spiritualität der Weltjugendtage", analysiert das Weltjugendtagsmotto "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" (Mt 2,2) und stellt jene Heiligen vor, die Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den Jugendlichen als besondere Vorbilder und Fürsprecher ans Herz legen. Unter ihnen befindet sich auch die Karmelitin Edith Stein.



Wie bei den Heiligen Bonfatius, Albertus Magnus, Adolph Kolping und Ursula, so weist auch das Leben von Edith Stein, die im Karmel Schwester Teresia Benedikta vom Kreuz genannt wurde, eine enge Beziehung zu Deutschland und Köln auf. Der Generalobere der Unbeschuhten Karmeliten, Pater Luis Aróstegui Gamboa OCD, ist sich sicher, dass sie die heutige Jugend auf ganz besondere Weise anzusprechen vermag. Vor allem mit ihrer konsequenten "Suche nach der Wahrheit".

Im Gespräch mit ZENIT sagte der Ordenspriester: "Edith Stein ist ganz anders als Teresia von Lisieux, jene heilige Karmelitin, die die Jugendlichen auf dem Pariser Weltjugendtag begeisterte". Edith Stein sei modern und ihre Lebensgeschichte überaus interessant – "Jüdin, Deutsche und Suchende, die ihren Glauben verlor und doch wieder fand".

Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 in Breslau geboren und wuchs als jüngstes von 11 Kindern in einer jüdischen Familie auf. Am 9. August 1942 kam sie im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben. "Sie erlebte ihren Tod im Konzentrationslager als Vereinigung mit dem Kreuz Christi, zum Heil für ihr Volk und den Frieden in der Welt. Sie war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine Frau, die ihrem Glauben ganz verpflichte war. In einer Zeit, in der das noch völlig unüblich war, war sie Hochschullehrerin, hielt Vorlesungen und verteidigte die Rechte der Frauen. Ihr Glauben und ihre Treue, aber auch ihre von Freiheit und Verantwortung erfüllten Überlegungen können gerade für junge Menschen sehr attraktiv sein. Wie ihr Leben nach dem Eintritt in den Karmel verlief, ist höchst interessant. Ein Leben in tiefer Kontemplation hat sie keineswegs daran gehindert, ihr reges intellektuelles Leben weiterzuführen. Ihre Oberen haben sie sogar darum gebeten. Und so hat sie es auch gehalten, in Verbundenheit mit Gott und mitten in den Nöten der Welt. Die Tatsache, dass sie eine Suchende war, wird die vielen Jugendlichen, die ihr jetzt in ihrem Heimatland begegnen werden, viel sagen können."

Die "Internationale Arbeitshilfe" kann unter infomaterial@wjt2005.de bestellt werden. Eine englische Fassung und alle Details zum Weltjugendtag in Köln findet man unter wjt2005.de.