Pacelli-Ausstellung in München eröffnet
Erzbischof Marx: „Die Kirche muss keine Angst vor der Wahrheit haben!"
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MÜNCHEN, 18. März 2009 (ZENIT.org).- „Die Kirche muss keine Angst vor der Wahrheit haben!" Das betonte der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, gestern, Dienstag, bei der Eröffnung der Ausstellung „Opus Iustitiae Pax. Eugenio Pacelli - Pius XII. (1876-1958)", die bis zum 3. Mai täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr in der ehemaligen Münchener Karmeliterkirche besichtigt werden kann - bei freiem Eintritt! Am Karfreitag, dem 10. April, wird die Ausstellung geschlossen sein.
Nach Rom und Berlin ist München die dritte Station der Pacelli-Ausstellung, die das Päpstliche Komitee für Geschichtswissenschaften anlässlich des 50. Todestages von Pius XII. konzipierte. Sie soll dem Publikum den Lebensweg Eugenio Pacellis vorstellen.
Die Kirche müsse sich der Wahrheit stellen, erklärte Erzbischof Marx nach Angaben der Pressestelle des Erzbistums München-Freising. „Nur auf Basis von Quellen ist es möglich, die geschichtliche Wirklichkeit ans Licht zu bringen und damit dem Leben und Werk Pius XII. in sehr bewegter Zeit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen." Um eine wirklich differenzierte Beurteilung zu erlangen, müsse man wissenschaftlich forschen und mit Belegen arbeiten.
Der Ausstellung wünschte der Erzbischof viele Besucher, „die sich mit ihr ein ausgewogeneres Bild dieses bedeutenden Papstes machen können". Mit Bildern, Dokumenten und Kunstwerken wird, so der Katalog zur Ausstellung, „die steile Karriere des jungen und vielversprechenden römischen Priesters Don Eugenio im Bereich der päpstlichen Diplomatie und der Kongregation für die Außerordentlichen Kirchlichen Angelegenheiten, in den diplomatischen Sitzen von München und Berlin als Apostolischer Nuntius, dann an der Spitze des Staatssekretariats und schließlich auf dem Stuhl Petri" nachgezeichnet. Teil der Ausstellung ist auch eine in Berlin zugefügte Audiostation mit dem Titel „Hier hören Sie das Schweigen des Papstes". Dort kann die Weihnachtsansprache von Pius XII. aus dem Jahr 1942 angehört werden, in der er Klage führte im Namen der „vielen Hunderttausend Menschen, die ohne den Hauch einer eigenen Schuld, sondern allein aufgrund ihrer Nationalität oder ihrer Herkunft zum Tod oder zu langsamer Verelendung verurteilt sind".
Erzbischof Marx wies darauf hin, dass Papst Pius XII. München wie „eine zweite Vaterstadt" empfunden habe. „Daher ist es selbstverständlich, dass eine Ausstellung über Leben und Werk des Pacelli-Papstes in München am richtigen Ort ist."
Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Persönlichkeit dieses großen Papstes stelle die Schau eine Zwischenstation dar, denn Papst Benedikt XVI. habe die Öffnung der Akten des gesamten Pontifikats Pius XII. im Jahr 2014 angekündigt.
Die Staatlichen Archive Bayerns, das Stadtarchiv München und das Archiv des Erzbistums München und Freising begleiten die Pacelli-Ausstellung mit einer wissenschaftlichen Vortragsreihe. Am 25. März spricht Professor Franz Xaver Bischof, München, über das Thema „Pius XII. und die Moderne". Es folgen Vorträge von Professor Thomas Brechenmacher, Potsdam, über „Pius XII. und die Juden" (1. April), Professor Heinz Hürten, Eichstätt, über „Pius XII. und Michael Kardinal Faulhaber" (15. April) sowie Professor Hans Maier, München, über „Pius XII. im Urteil der Nachwelt" (22. April). Die Vorträge finden jeweils statt um 18 Uhr im Hörsaal des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Schönfeldstraße 5, München. Der Eintritt ist frei.
Der im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg, erschienene Ausstellungskatalog ist zum Preis von 24,90 Euro in der Ausstellung und im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7954-2197-7).


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