Pakistan: Bischöfe begrüßen Musharrafs Abtritt als militärischer Oberbefehlshaber

Hoffnungsvolles Zeichen für eine demokratische Entwicklung

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ISLAMABAD, 30. November 2007 (ZENIT.org).- Der Erzbischof von Lahore (Pakistan), Lawrence Saldanha, hat den Rücktritt von Präsident Musharraf als militärischer Oberbefehlshaber begrüßt. Diese Entscheidung sei ein hoffnungsvolles Zeichen für eine demokratische Entwicklung in Pakistan.



Der pakistanische Staatspräsident versprach gestern, Donnerstag, den offiziell ausgerufenen Notstand in Pakistan aufzuheben und bestätigte die damit verbundene Wiederherstellung der Verfassung des Landes, die er noch als militärischer Oberbefehlshaber am 3. November außer Kraft gesetzt hatte.

„Wir begrüßen die Entscheidung Musharrafs, als Zivilist der Präsident von Pakistans zu werden. Es ist die richtige Entscheidung“, erklärte Erzbischof Lawrence Saldanha, Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz, am Donnerstag vor der versammelten Presse. „Wir hoffen, dass nun die Demokratie in diesem Land regieren wird.“

Die Bischöfe trafen sich am vergangenen Freitag, um über die politische Krise des Landes einschließlich des ausgerufenen Notstands, die zunehmende Militanz in mehreren Regionen, die auferlegten Restriktionen der Medien und die politischen Unruhen zu beraten. In der Erklärung, die nach der Sitzung veröffentlicht wurde, betonen die Hirten: „Wir empfehlen die Wiederherstellung der Grundrechte, die Aufhebung des Ausnahmezustands und die sofortige Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung.“

Des Weiteren forderte die Bischofskonferenz die sofortige und bedingungslose Freilassung aller, die nach der Verhängung des Ausnahmezustands inhaftiert worden waren, darunter Juristen, politische Aktivisten, Studenten und Menschenrechtsaktivisten.

„Während wir alle Christen auffordern, zu Gott dem Allmächtigen zu beten, dass er den Entscheidungsträgern Weisheit gebe, um die Weichen für ein Ende dieser Krise zu stellen, in die diese Nation gestürzt wurde, wollen wir respektvoll und energisch empfehlen, dass… alle Restriktionen für die gedruckten und elektronischen Medien aufgehoben werden sollten.“

Im Hinblick auf die Wahlen im Januar sprachen sie sich für die Bildung einer „unabhängigen, glaubwürdigen und akzeptablen Wahlkommission“ aus. Zudem sollte es „gleiche Ausgangsbedingungen“ für alle Kandidaten geben.

Um eine „sinnvolle, nachhaltige und stabile Demokratie“ zu gewährleisten, sollte die Regierung „die Bemühungen um eine nationale Aussöhnung zwischen den politischen Parteien intensivieren“. Die Zivilgesellschaft müsse die Möglichkeit haben, in wichtigen Fragen mitzuentscheiden. Dazu gehöre auch die Herausforderung, über die Grenzen der verschiedenen Religionen und ethnischen Gruppen hinweg Frieden zu stiften.