Pakistan: "Christsein und gleichsam pakistanischer Staatsbürger sein ist kein Widerspruch"

Predigt von Kardinal Filoni in Lahore

Rom, (Fides) | 467 klicks

„Es ist mir eine große Freude, dass ich Ihnen allen und damit sozusagen der ganze Kirche dieses geliebten Landes begegnen darf“, so Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in seiner Predigt bei dem Gottesdienst auf dem Vorplatz der Kathedrale von Lahore, an dem Bischöfe, Priester, Ordensleute und Seminaristen sowie Vertreter der Diözese teilnahmen.

Der Präfekt des Missions-Dikasteriums, der morgen der Weihe des neuen Bischofs von Faisalabad vorstehen wird (vgl. Fides 30/10/2013), betonte: „Ich wünsche mir, dass diese meine Gefühle alle unsere Brüder und Schwestern erreichen mögen, die sich nie alleine gelassen fühlen sollen. Ihr seid der kostbarste Teil der Weltkirche – angesichts der schwierigen Umstände – wie viele andere Gemeinden in aller Welt, die jeden Tag mutig den eigenen Glauben an Christus und an seine Kirche bezeugen.“

Ausgehend von der Lesung des Tages erinnerte der Kardinal daran, dass „unter allen Umständen und bei jeder Gelegenheit Christus unser Bezugspunkt bleibt… auch unter Schwierigkeiten und sogar angesichts der Verfolgung“, wie der Apostel Paulus lehre. „Ich möchte euch gleichsam zu Standhaftigkeit ermutigen und zum Engagement für das Gute und den Frieden“, so der Kardinal weiter, der hervorhob, dass „Christsein und gleichsam pakistanischer Staatsbürger sein einander nicht widersprechen. In diesem Land mit vielen Völkern, Kulturen und Sprachen, wo der Islam die vorherrschende Religion ist, ist auch der Christ zu Hause, und Unterschiede sind kein Gegensatz, sondern ein Reichtum. Einförmigkeit macht arm, während Unterschiede neue Impulse geben.“ 

Christen sollten Salz und Licht unter allen Umständen und an jedem Ort sein, so Kardinal Filoni, der dazu erklärte: „Salz soll Lebensmittel nicht ersetzen sondern sie gehaltvoller machen. Und Licht soll die Realität nicht verändern, sondern sie erleuchten. Wenn wir diese Sicht der Dinge vor Augen haben, verstehen wir unsere Berufung in diesem Land, den Sinn eures Hierseins und die Aufgaben und die Sendung, die Gott euch anvertraut hat.“

„Friede, Verständigung, Treue, Dialog, Liebe, Vergebung, Barmherzigkeit und Erlösung“, dies sei der Sinn der Berufung und der Sendung jedes Christen, so Kardinal Filoni abschließend. (SL)

(Quelle: Agenzia Fides 31/10/2013)