Pakistan: Drei Christen unter den Opfern der Attentate in Baluchistan

Mafiöse Gruppen, ethnischer Hass, politische Forderungen

Rom, (ZENIT.org) | 750 klicks

Bei einer Attentatswelle gab es gestern allein in Quetta in der Provinz Baluchistan 92 Tote und 155 Verletzte. Die Anschläge richteten sich nach Angaben der Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi, die sich zu den Attentaten bekennt, vor allem gegen Schiiten und die Volksgruppe der Hazara.

Wie der stellvertretende Apostolische Vikar von Quetta, P. Inayat Gill OMI, dem Fidesdienst mitteilt, befinden sich unter den Opfern auch drei Christen, die sich zufällig vor Ort befanden. Auch unter den Verletzten sind mehrere Christen. Zwei der Todesopfer sind Katholiken. Für sie wird P. Maqsood Nazir heute das Requiem feiern.

P. Inayat Gill betont gegenüber dem Fidesdienst: „Die Lage ist angespannt, und es ist nicht einfach, eine Erklärung für diese tragischen Ereignisse zu finden. Gründe gibt es viele, darunter sektiererische und ethnische Hassgefühle und nicht nur diese. Es gibt mafiöse Gruppen, die sich des Landbesitzes bemächtigen wollen, und es gibt politische Forderungen: Fest steht, dass dafür viele unschuldige Menschen sterben müssen.“

„Als Christen“, so der stellvertretende Vikar, „ sind wir eine kleine Minderheit, und wir leben gefährlich, wie viele andere muslimische Bürger, mit denen wir das Schicksal und den Schmerz teilen. In der ganzen Provinz Quetta leben rund 70.000 Christen, darunter 35.000 Katholiken. Wir sind als Glaubensgemeinschaft sehr angreifbar und gehören zu den ärmsten. Wir müssen sehr vorsichtig sein und sollten nicht in den Vordergrund treten und dürfen auch nicht aktiv an der von den Behörden ausgerufenen dreitägigen Trauer teilnehmen, denn sonst könnten wir zur Zielscheibe für Extremisten werden: Sie würden uns vorwerfen, dass wir uns im ethnischen Konflikt auf eine der beteiligten Seiten stellen. Wir beten für die unschuldigen Opfern und werden weiter unser friedliches uns stilles Zeugnis an der Seite der Armen ablegen.“