Pakistan: Ministerium für Minderheiten ermittelt im Fall Farah Hatim

Entführte Krankenschwester zum Übertritt zum Islam gezwungen

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ISLAMABAD, Dienstag, 21. Juni 2011 (ZENIT.org/Fidesdienst). – Das Ministerium für Harmonie und religiöse Minderheiten hat im Fall der jungen Katholikin Farah Hatim Ermittlungen aufgenommen. Die junge Krankenschwester war in der Stadt Rahim Yar Khan entführt und zur Heirat sowie zum Übertritt zum Islam gezwungen worden.

Paul Bhatti, Sonderberater für religiöse Minderheiten des Premierministers, hat im Gespräch mit dem Fidesdienst betont: „Die Angehörigen der jungen Frau werden von uns beschützt. Wir haben den Minister für religiöse Minderheiten in Punjab, den Katholiken Kamran Michael, darum gebeten, in Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung und den dortigen Sicherheitsbehörden in Rahim Yar Khan Ermittlungen auf den Weg zu bringen, damit wir der Wahrheit auf die Spur kommen. Wir würden gerne mit der jungen Frau sprechen, um von ihr zu erfahren, wie sie zu den Dingen steht, damit wir eine friedliche Lösung finden. Wenn wir feststellen, dass Farah gegen ihren Willen festgehalten wird, werden wir das Eingreifen der höchsten staatlichen Behörden der pakistanischen Regierung fordern“.

In den vergangenen Tagen hatten die Angehörigen von Farah die „All Pakistan Minorities Alliance“ um Hilfe gebeten. Diese Nichtregierungsorganisation, die von dem ermordeten ehemaligen Minderheitenminister Shahbaz Bhatti gegründet worden war und heute von dessen Bruder Paul Bhatti geleitet wird, setzt sich für den Schutz religiöser Minderheiten in Pakistan ein. Die Organisation bietet seither den Angehörigen in Islamabad Schutz und leitete den Fall an die eigenen Anwälte weiter.

Unterdessen befassten sich auch Parlamentarier verschiedener politischer Lager in Italien mit dem Fall (im Rahmen der Sitzung Nr. 486 am 15. Juni): die Auslandskommission der Abgeordnetenkammer machte in einem Schreiben an den pakistanischen Botschafter in Italien auf den Fall Farah Hatim aufmerksam und forderte die italienische Regierung zur Intervention bei der pakistanischen Regierung auf.