Pakistan: Mordanschlag auf 72-jährige schwedische Missionarin

Bhatti: Taten sollen das Land destabilisieren und den religiösen Hass schüren

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ROM, 5. Dezember 2012 (ZENIT.org). ‑ Nach Berichten des Fidesdienstes befindet sich die 72jährige Schwedin Bargeeta Almby, eine protestantische Laienmissionarin, nach einem Mordanschlag in Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab, in Lebensgefahr. Zwei bewaffnete Männer auf einem Motorrad näherten sich ihr, als sie mit ihrem Auto unterwegs war, und feuerten mehrere Schüsse ab, die sie in Brusthöhe trafen.

Der Vorfall ereignete sich am 3. Dezember um zwei Uhr nachmittags in Lahore. Die Missionarin ist seit über 38 Jahren in Pakistan tätig. Sie leitet ein Hilfsprogramm der als Nichtregierungsorganisation registrierten „Full Gospel Assemblies of Pakistan“ (FGA Church).

Im Zuge dieser Tätigkeit ist Bargeeta Almby für ein Waisenhaus verantwortlich, in dem behinderte Kinder aus armen Verhältnissen betreut werden. Außerdem leitet sie einen Kurs für Hebammen und verschiedene berufsbildende Kurse.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und versucht, die Identität der bewaffneten Männer und das Tatmotiv festzustellen. Das Opfer des Anschlags befindet sich im Krankenhaus „Jinnah“ in Lahore.

Frau Almby hatte im Vorfeld keine Drohungen erhalten. Pastor Liaquat Kaiser von der FGA Church vermutet, dass es sich um einen geplanten Mord handelt.

Paul Bhatti, katholischer Berater des Ministerpräsidenten für Fragen der nationalen Harmonie und Bruder des im letzten Jahr ermordeten Minderheitenministers Shahbaz Bhatti erklärte im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Ich bin zutiefst bestürzt. Es handelt sich um eine unmenschliche terroristische Handlung, die sich gegen Pakistan wendet. In den vergangenen Tagen wurde der Imam einer Moschee in Karachi ermordet und ein Friedhof der Ahmadi-Gemeinde in Lahore geschändet. Nun wurde auch noch dieser Mordanschlag auf eine Missionarin verübt. Es sind Taten, die das Land destabilisieren und den religiösen Hass schüren sollen. Als Pakistaner müssen wir dies gemeinsam verurteilen und den Extremismus bekämpfen.“

Der Dominikanerpater James Channan vom „Peace Center“ in Lahore, der sich dort für Ökumene und interreligiösen Dialog einsetzt, betont gegenüber dem Fidesdienst: „Wir sind schockiert mit Blick auf dieses Tat. Dahinter verbergen sich extremistische und terroristische Kräfte, die alle in Pakistan tätigen Ausländer erschrecken sollen und Nichtregierungsorganisationen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Bildung einsetzen, vertreiben wollen. Wir beten für die Genesung von Bargeeta.“ [jb]