Pakistan: Muslime versuchen, christliche Kinder aus den Flammen zu retten

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KASUR, 17. März 2002 (ZENIT.org-FIDES).- Trotz wiederholter Episoden der fundamentalistischen Gewalt gibt es in Pakistan auch Gesten der Freundschaft und der Solidarität zwischen Christen und Muslimen. Am vergangenen 9. März riskierten in dem 78 Kilometer südlich von Lahore gelegenen Dorf Daoke, mehrere muslimische Dorfbewohner ihr Leben bei dem Versuch, christliche Kinder aus einem Haus zu retten, in dem ein Brand ausgebrochen war.



Für die Kinder kam die Hilfe zu spät: sie waren bereits an dem sich bildenden Rauch erstickt, doch es konnten wenigstens ihre Leichen gerettet werden. "Ich möchte mich bei den Muslimen bedanken, die versucht haben, den Kleinen zu helfen. Sie haben dabei nicht an Religionsunterschiede gedacht sondern sich einfach in die Flammen gestürzt, um die Kinder zu retten", betonte der Gemeindepfarrer Bernard Inayat bei der Begräbnisfeier.

Die Eltern von Saba, Farhad und Stella, die alle drei noch nicht einmal zehn Jahre alt waren, hatten ihre Kinder alleine zu Hause gelassen, weil beide arbeiteten. Die Kinder wollten das Essen warm machen, wobei es zum Ausbruch des Brandes kam. Nachdem sie auf die bereits hohen Flammen aufmerksam geworden waren, versuchten die anderen Dorfbewohner das Feuer zu löschen. Dabei hatten einige muslimische Dorfbewohner die Körper der Kinder gesehen und sich nicht davor gescheut, diese aus den Flammen herauszuholen. Nach Angaben der Polizei soll es sich nicht um Brandstiftung gehandelt haben.