Pakistan: Paul Bhatti behält Ressort des Harmonie-Ministeriums

Bruder des ermordeten katholischen Ministers Shahbaz Bhatti weiterhin für religiöse Minderheiten zuständig

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ROM, 25. Juni 2012 (ZENIT.org). –Auch unter dem neuen Premierminister Raja Parvez Ashraf (62) von der Pakistanischen Volkspartei (PPP), der am 22. Juni vom Parlament für dieses Amt bestätigt wurde und bereits eine neue Regierung gebildet hat, behält Paul Bhatti, der Bruder des vor einem Jahr ermordeten katholischen Minderheitenministers Shahbaz Bhatti, das Ressort des Ministeriums für Nationale Harmonie. Im Gespräch mit dem Fidesdienst erklärt er: „Obschon sie mit dem Urteil des Verfassungsgerichts nicht einverstanden waren, haben die politischen Kräfte des Landes ein starkes Zeichen gesetzt, indem sie den demokratischen Weg einschlagen und damit einen institutionellen Konflikt verhindern. Der neue Minister wird die Politik der Regierung Gilani fortsetzen. Auch in der neuen Regierung wird das Ministerium für Nationale Harmonie beibehalten, im Zeichen einer besonderen Aufmerksamkeit gegenüber religiösen Minderheiten.“

P. Robert Mc Culloch, der über 30 Jahre lang als Missionar in Pakistan tätig war, wünschte sich im Gespräch mit dem Fidesdienst, „dass diese Krise nicht zu einer Krise der Demokratie wird. Gilani wäre der erste Ministerpräsident des Landes gewesen, der eine Amtszeit beendet, doch dies war leider nicht der Fall.“

„Diese institutionelle Krise zeigt“, so der Missionar weiter, „dass das Machtgleichgewicht in Pakistan neu überdacht werden muss. Es scheint, als ob die Richter ihre Rolle bei der Intervention in staatliche Angelegenheiten nach dem amerikanischen Vorbild stärken wollen und sich nicht, wie nach dem britischen Vorbild, an dem sich die pakistanische Verfassung eigentlich inspiriert, nur als Garanten verstehen.“

Der neue Premierminister stammt aus dem Distrikt Rawalpindi und war in der bisherigen Regierung unter Premier Yousaf Raza Gilani Minister für Wasser und Energie.