Pakistan: Proteste gegen islamfeindlichen Film

Religionsvertreter fordern Respekt, Harmonie und Frieden

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ROM, 20. September 2012 (ZENIT.org). - In ganz Pakistan kommt es zu Protesten gegen den islamfeindlichen Film „Innocence of Muslims“, berichtet der Fidesdienst. Gleichzeitig versuchen führende Religionsvertreter, die Gemüter zu beruhigen.

In Karachi, einer großen Metropole in der Provinz Sindh (im Süden des Landes), gingen gestern Anhänger der radikalen Bewegung „Sunni Tehreek“ auf die Straße. Die Demonstrationen legten das Zentrum der Stadt lahm. In der Provinz Sindh gab es ebenfalls Proteste in Hyderabad, Sukkur, Jacibabad und Mirpur Khas. In der Provinz Punjab versammelten sich Extremisten vor dem amerikanischen Konsulat in Lahore. Auch muslimische Studenten riefen zu Protesten auf. In Dera Ismail Khan fand eine große Studentendemonstration statt, und die Studenten der Universität Bahauddin Zakariya versammelten sich zu Protesten in Multan. In Peschawar im Norden von Pakistan brachte die Polizei Tränengas zum Einsatz, um die Demonstranten an Protesten vor dem US-amerikanischen Konsulat zu hindern.

Unterdessen riefen die Mitglieder des von Pater Francis Nadeem Ofm Cap koordinierten „Nationalen Rates für Interreligiösen Dialog“, dem Christen, Muslime, Hindus und Sikh angehören, zur Ruhe auf. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichteten, erklärten die Religionsvertreter sich solidarisch mit den muslimischen Gläubigen. Der Rat erinnerte daran, dass sich die pakistanischen Institutionen sich für die Achtung aller Religionen einsetzten und forderte die Vereinten Nationen auf, Maßnahmen gegen den Missbrauch der Meinungsfreiheit auf den Weg zu bringen.

Bei einem Gottesdienst in der Kirche von der Unbefleckten Empfängnis in Lahore beteten die Gläubigen für den Frieden in Pakistan. Dazu erklärte der Gemeindepfarrer, Pater Inayat Bernard: Wir stehen auf der Seite unserer muslimischen Gläubigen, wenn es darum geht, für die Achtung aller Religionen einzutreten“.