Pakistan: religiöse Minderheiten im Hungerstreik

Protest gegen Episoden der Gewalt und die Untätigkeit der Regierung

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HYDERABAD, 10. November 2011 (ZENIT.org/Fidesdienst). – Christliche und hinduistische Minderheiten protestieren mit einem Hungerstreik in Hyderabad gegen die jüngsten Episoden der Gewalt und fordern mehr Schutzmaßnahmen von der Regierung. Die Initiative wurde nach dem Mord an vier hinduistischen Ärzten in Chak im Norden der Provinz Sindh auf den Weg gebracht. Die Polizei ermittelt gegen eine lokale islamische Gruppe und hat dreizehn Verdächtige festgenommen. An dem Hungerstreik nehmen Vertreter verschiedener Parteien und Bürgerinitiativen teil, darunter auch Christen und Mitglieder der Justitia-et-Pax-Kommission der Diözese Hyderabad.

Bischof John Rodrigues von Hyderabad betonte im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Wir verurteilen diese brutale Tat. Ich habe mit hinduistischen Religionsvertretern gesprochen: Als Christen fühlen wir uns mit der hinduistischen Glaubensgemeinschaft verbunden und erklären uns solidarisch, denn als religiöse Minderheiten sehen wir uns mit denselben Problemen konfrontiert.“

P. Samson Shukardin OFM, der die Justitia-et-Pax-Kommission der Diözese leitet, betonte gegenüber dem Fidesdienst: „Es gibt für uns keine Sicherheit. Die Episoden der Gewalt wiederholen sich immer wieder, wobei es zum einen um Fundamentalismus, zum anderen um private Rache geht. Wir warten auf die Ergebnisse der Ermittlungen, und sollte niemand zur Verantwortung gezogen werden, werden wir andere Initiativen ergreifen.“

Die Demonstranten in Hyderabad verurteilen auf ihren Spruchbändern die „Untätigkeit der Regierung“ angesichts der Gewalt. „Muslimische Gruppen töten Hindus, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen und sie zum Verlassen der Provinz zu zwingen“, so die Demonstranten. Unterdessen wandten sich zwei hinduistische Bürgerrechtler, M. Parkas und Jagdes Kumar, in einem Appell an die höchsten staatlichen Behörden und wiesen auf die täglichen Bedrohungen hin, denen hinduistische und christliche Minderheiten ausgeliefert seien, darunter auch die unrechtmäßige Beschlagnahme von Grundstücken und Immobilien und das Phänomen der Zwangsehen. Trotz dieser „unmenschlichen, unmoralischen und illegalen“ Verhaltensweisen, betonten die Vertreter der Minderheiten, glaubten sie „an Frieden, harmonisches Zusammenleben und Wohlstand in Pakistan“.