Palästina: Der einzige christliche Fernsehsender steht vor dem Aus

„Al-Mahed“ diente Christen, Juden und Muslimen als Plattform gegenseitiger Verständigung

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BETHLEHEM, 25. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Samir Qumsieh, Direktor und Besitzer des einzigen christlichen privaten Fernsehsenders in ganz Palästina, sieht sich gezwungen, den Betrieb seines Senders zum 1. November einzustellen. „Al-Mahed“ („Christi Geburt“) mit Standort Bethlehem diente Christen, Juden und Muslimen als Gesprächsforum und war Sprachrohr ihrer Probleme



Den Dienst als Stimme für die Christen im Nahen Osten hat der Fernsehsender seit 1996 geleistet. Nun kann scheinbar weder von die christliche Gemeinde in Palästina noch andere öffentliche oder private Einrichtungen die erforderlichen finanziellen Mittel aufbringen.

Vor rund einem Jahr informierte die Nachrichtenagentur < A href=http://www.asianews.it/view.php?l=en&art=7003 >AsiaNews über die Drohungen, denen der griechisch-orthodoxe Menschenrechtsaktivist ausgesetzt war. In seinen Sendungen hatte er über mehr als 140 Übergriffen gegen Christen berichtet.

Samir Qumsieh betrachtet seinen kleinen Fernsehsender als ein religiös-politisches Medium. Nun müsse er es aus wirtschaftlichen Gründen „gezwungenermaßen“, wie er der Presse mitteilte, aus der Hand geben. Die italienische Tageszeitung „Il Foglio“ spricht davon, dass 140.000 US-Dollar genügten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Der Privatsender wurde in den vergangenen Jahren dank einer Investition in Höhe von 800.000 US-Dollar ausgebaut. Seine Schließung ist auch durch die starke Abwanderung von Christen aus Palästina verursacht. Qumsieh befürchtet, dass sich die christliche Gemeinde in Palästina in den kommenden zwölf Jahren vollständig auflösen könnte.

„Radio Vatikan“ würdigte die Arbeit von „Al-Mahed“, dem einzigen Fernsehsender, der Gebiete in ganz Transjordanien, Jordanien und Israel erreicht hat und mutig genug gewesen ist, Sendungen über und für Juden, Christen und Muslime zu machen.