Papst als Beter in der evangelischen Kirche in Rom

So werden wir reich: Im Wegschenken des Lebens

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ROM, 15. März 2010 (ZENIT.org).- "Wir sind Freunde Jesu, die ihn kennen und anderen den Weg zu ihm weisen können: Herr hilf uns Menschen unterwegs zu Dir zu sein. Hilf uns Deine Freude zu sein, die anderen Menschen die Tür zu Dir hin auftun", in seiner durchbeteten und weitgehend freiformulierten gestrigen Ansprache vor der deutsch-lutheranischen Gemeinde in Rom. Von Herzen sei er dankbar mit der evangelischen Gemeinde "Laetare" zu feiern.

„Wir sind Pilgernde mit der Frage nach Gott, auf der Suche nach Gott", so der Papst, in seiner Auslegung des 12. Kapitel des Johannesevangeliums, das von der Hoffnung rede, weil es vom Kreuz spräche. "Weil es Hoffnung schenkt, muss es vom Kreuz reden".

Die Dynamik des Weizenkorns sei ein Gleichnis für den Weg der Nachfolge, so der Papst. "Das Weizenkorn muss gleichsam sterben, in der Erde gleichsam aufgebrochen werden". Es stünde für Christus der sich "gleichsam aufbrechen, aufreißen lässt im Tode": „Jesus ist das göttliche Weizenkorn, das sich auffressen lässt im Tode."

"Wenn wir das hören, gefällt uns das nicht im ersten Augenblick. Wir sind geneigt zu meinen: 'Was sagst Du denn da Herr, sollen wir uns selbst und unser Leben hassen? ...sind wir nicht nach Deinem Ebenbild geschaffen ...sollten wir nicht dankbar und froh sein ...?", so der Papst. „Dankbarkeit und Freude sind Grundhaltungen der christlichen Existenz",erklärt Benedikt. "Ja wir dürfen froh sein, weil wir wissen dies Leben ist von Gott, ich bin gewollt und ich bin geliebt".

Zwei Grundhaltungen hinderten den Menschen daran, zu diesen Grundhaltungen zu kommen, „dass ich meine Leben haben möchte" und „es als meinen Besitz ausschöpfe. Mein Leben für mich haben möchte". „Wer nur sich will, der findet sich nicht, der verliert sich". Leben bestünde nicht vorrangig im Nehmen, sondern im Geben: „Indem wir uns überschreiten .. in der Demut der Liebe uns dem anderen zueignen ... so werden wir reich: Im Wegschenken des Lebens".

„Dieses Sich-geben, das im Wesentlich einfach das Wesen der Liebe ist, ist mit dem Kreuz identisch", so der Papst. Es sei „das Grundgesetz der Liebe, das wir nur im Schenken unserer Selbst wir Selbst werden".

Dieses Annehmen des Kreuzes, dieses Weggeben von uns selber sei immer „ein Mitgehen mit Ihm. Das wir den Weg der Liebe finden, der der Weg der Erlösung ist".

(AR)