Papst analysiert Herausforderungen zum Jahresbeginn 2011 mit Vatikan-Botschaftern
Traditioneller Neujahrsempfang des Papstes für die Mitglieder des Diplomatischen Corps
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ROM, 10. Januar 2011 (ZENIT.org).- Am Montagvormittag empfing Papst Benedikt XVI. die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps zum traditionellen Neujahrsempfang im Vatikan. Der Heilige Stuhl unterhält gegenwärtig diplomatische Beziehungen mit 176 Ländern, zu denen die Vertretungen der Europäischen Union und des Souveränen Malteser-Ritterordens sowie die besonderen diplomatischen Gesandtschaften hinzukommen.
Der Papst erinnerte in seiner Ansprache an all die Situationen, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt wird. "Mir scheint, dass die Gesellschaft, ihre Verantwortlichen und die öffentliche Meinung sich heute mehr, wenn auch nicht immer in rechter Weise, dieser schweren Verwundung bewusst wird, die der Würde und der Freiheit des homo religiosus zugefügt wird und auf die ich immer wieder allgemein aufmerksam machen wollte", betonte der Papst.
Durch die verschiedenen von ihm außerhalb Italiens unternommenen Pastoralreisen, unter anderem an seine Reise nach nach Malta und Portugal, nach Zypern, in das Vereinigte Königreich und nach Spanien, habe er auf diese Form von Unterdrückung aufmerksam gemacht, so der Papst.
Zur Situation des Orients merkte er an: "Ich wiederhole meinen besorgten Appell an die Verantwortungsträger dieses Landes und an die islamischen Religionsführer, sich dafür einzusetzen, dass ihre christlichen Mitbürger in Frieden leben und weiterhin ihren Beitrag zu der Gesellschaft leisten können, deren vollgültige Mitglieder sie sind".
Mit Blick auf die Länder des Westens und Lateinamerikas forderte der Papst mehr Respekt vor der Umsetzung religiöser Anschauungen im Bereich der Ethik des Alltags und des Öffentlichen Lebens.
"Die Religionsfreiheit anzuerkennen bedeutet außerdem zu gewährleisten, dass die Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft mit Initiativen im Sozial-, Wohltätigkeits- oder Bildungswesen frei wirken können. Überall in der Welt kann man im übrigen feststellen, wie fruchtbar die Werke der katholischen Kirche in diesen Bereichen sind. Es ist besorgniserregend, dass der Dienst, den die religiösen Gemeinschaften der ganzen Gesellschaft, insbesondere für die Erziehung der jungen Generationen, erweisen, durch Gesetzespläne gefährdet oder behindert wird, die eine Art staatliches Monopol in Schulangelegenheiten zu schaffen drohen, wie zum Beispiel in manchen Ländern Lateinamerikas festzustellen ist".
"Vor diesem geschätzten Auditorium möchte ich schließlich nochmals nachdrücklich sagen, dass die Religion kein Problem für die Gesellschaft darstellt, dass sie kein Unruhe- oder Konfliktfaktor ist. Ich möchte wiederholen, dass die Kirche weder Privilegien sucht, noch sich in ihrer Mission in fremde Bereiche einmischen, sondern einfach ihre Sendung in Freiheit ausüben will."


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