Papst appelliert an ein Ende der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik

Erzbischof: politische Krise darf keine religiöse Krise werden

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 833 klicks

Papst Franziskus hat bei seiner gestrigen Generalaudienz an ein Ende der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik appelliert. Er sagte in italienischer Sprache: „Ich verfolge, was zu diesem Zeitpunkt in der Zentralafrikanischen Republik passiert und möchte allen meine Gebete versichern, allen, die leiden, vor allem den Angehörigen der Opfer, den Verwundeten und denjenigen, die ihre Häuser verloren haben und zur Flucht gezwungen wurden. Ich appelliere an ein sofortiges Ende der Gewalt und der Plünderungen, und dass man eine politische Lösung der Krise finde, die den Frieden und die Harmonie in diesem lieben Land wiederherstelle, das zu lange von Konflikten und Teilung geprägt ist.“

Dieudonné Nzapalainga, der Erzbischof von Bangui, hatte kürzlich davor gewarnt, dass die politische Krise in dem Land sich zu einer religiösen Krise auszuweiten drohe.

„Wir befinden uns erneut in einem schwierigen Moment, und die Menschen sind verwirrt“, äußerte er nach einem Bericht des Fidesdienstes in einem Interview mit Radio France International, in dem er die Führungskräfte der Seleka-Rebellen darum bittet, den Schutz der Bevölkerung und ihres Besitztums als „Priorität“ zu betrachten. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Plünderungen beendet werden, und die Führungskräfte sollten die eigene Verantwortung im Hinblick auf Begleitschäden übernehmen“, so der Erzbischof. „Am Sonntag, dem 24. März“, so bedauerte er, „wurden Menschen, die zum Beten in die Kathedrale gekommen waren, ausgeraubt. Bewaffnete Männer wollten auch ihre Autos mitnehmen.“

Erzbischof Nzapalainga fragt sich in diesem Zusammenhang, ob es sich dabei um einfache Banditen oder um Einschüchterungsversuche gegenüber Christen handelte. „Es ist die Aufgabe derjenigen, die nun die Macht übernommen haben, schnellstmöglich zu reagieren und festzustellen, wer die Täter sind“, betonte er mit Sorge im Hinblick auf mögliche religiöse Spannungen.

„Solche Handlungen müssen rasch gestoppt werden, denn sie könnten bei den Menschen antireligiöse Gefühle hervorrufen oder man könnte denken, dass in dieser Krise Christen als solche Zielscheibe sind. Es muss dafür gesorgt werden, dass Priester, Pastoren und Imane geschützt werden. Ich spreche für alle. Männer Gottes müssen Schutz erfahren. Diese Krise ist bisher politischer Art; wir dürfen nicht zulassen, dass daraus eine religiöse Krise wird“, so der Erzbischof.

Die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik ist von den Rebellen des Seleka-Bündnisses erobert worden. Der Rebellenanführer Michel Djotodia hat das Parlament und die Regierung aufgelöst und in der Hauptstadt eine Ausgangssperre von sieben Uhr abends bis sechs Uhr morgens verhängt. In der Stadt kommt es weiterhin zu Plünderungen.