Papst begrüßt Bemühungen um Abschaffung der Todesstrafe

Strafrecht auf die Menschenwürde ausrichten

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VATIKANSTADT, 1. Dezember 2011 (ZENIT.org). - Am 29. November fand der von der Gemeinschaft Sant'Egidio ins Leben gerufene „Der Internationale Tag - Städte für das Leben in Rom statt, der vom VI. Internationalen Kongress der Justizminister unter dem Motto „Für eine Welt ohne Todesstrafe" eröffnet  wurde.

Neben der italienischen Justizministerin Paola Severino gab es Beiträge von Vertretern der Europäischen Union und von Justizministern vieler Länder (Frankreich, Benin, Burkina Faso, Kap Verde, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Guinea, Lesotho, Mali, Niger, Ruanda, Tansania, Kambodscha, Ecuador, Honduras, Norwegen, Kenia, Südafrika, Sudan, El Salvador) sowie von herausragenden Persönlichkeiten aus der Mongolei, den Philippinen, Guinea Bissau, Mosambik, Burundi sowie auch von einer Delegation aus Illinois, dem letzten US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abgeschafft hat.

Um neue Strategien und gemeinsame Visionen zu entwickeln, organisiert Sant'Egidio seit 2004 alljährlich eine Internationale Konferenz der Justizminister, bestehend aus Juristen und Mitgliedern der Obersten Gerichte von Ländern, die die Todesstrafe abgeschafft haben oder weiter an ihr festhalten. Die Internationalen Konferenzen stellen eine Art Entstehunglabor für eine Arbeitsmethode dar, die im Laufe des Jahres in allen beteiligten Ländern auf allen Ebenen fortgesetzt wird, von der Zivilgesellschaft bis hin zum Dialog mit Führungseliten und politischen Vertretern. Der Kongress von Rom findet bereits zum sechsten Mal statt.

Am 30. November wurden die Gäste durch den Senatspräsidenten Renato Schifani empfangen. Am Abend wurde dann unter dem Titel „Keine Gerechtigkeit ohne Leben“ das Kolosseum illuminiert, eine Aktion, die zum 9. Mal stattfand. 1444 Städte in 87 Ländern, 66 davon Hauptstädte, nehmen daran teil.

Bei der Generalaudienz hatte Papst Benedikt die anwesenden Teilnehmer in seinen englischen Grüßen bei ihren Bemühungen ermuntert und seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass es substantielle Fortschritte beim Strafrecht im Hinblick auf die Menschenwürde  geben werde:

Ich grüße all die ausgezeichneten/hervorragenden Delegationen verschiedener Länder, die an der von der Gemeinschaft Sant'Egidio geförderten Begegnung zum Thema „Keine Gerechtigkeit ohne Leben“ teilnehmen. Ich hege die Hoffnung, dass Eure Überlegungen die politischen und gesetzgebenden Initiativen ermutigen und sich in immer mehr Ländern verbreiten werden, um die Todesstrafe abzuschaffen und um den substantiellen Fortschritt voranzutreiben, das Strafrecht mit Hinblick auf die Menschenwürde der Gefangenen und der Aufrechterhaltung einer wirksamen der öffentlichen Ordnung auszurichten. Für alle anwesenden englischsprachigen Pilger, darunter auch aus den Vereinigten Staaten, bitte ich um Gottes Segen der Freude und des Friedens!“

[Übersetzung aus dem Italienischen und Englischen von Sabrina Toto]