Papst: Beichte übt bei der Evangelisierung Schlüsselfunktion aus

Er erinnert Priester daran, dieses Sakrament auch selbst aufzusuchen

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VATIKANSTADT, 13. MÄRZ 2012 (Zenit.org). - Benedikt XVI. hat am 9. März 1.300 Priester und Diakone empfangen, die an einem alljährlichen Kurs über die Beichte und Gewissensfragen teilnehmen, der von der Apostolischen Pönitentiarie veranstaltet wird.

Dem Vatikanischen Informationsservice zufolge unterstrich Benedikt XVI. die Bedeutung einer angemessenen theologischen, spirituellen und kirchenrechtlichen Vorbereitung für Beichtväter und wies darauf hin, dass das Sakrament der Versöhnung eng mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden und für das Glaubensleben wesentlich sei. „Die Sakramente und die Verkündigung des Wortes dürfen in der Tat nie als voneinander getrennt angesehen werden“, so der Papst. „Der Priester vertritt Christus, den vom Vater Gesandten. Er führt im ‚Wort‘ und im ‚Sakrament‘, in der Ganzheit von Leib und Seele, von Zeichen und Wort, die Mission Christi fort.“

Daher sei die sakramentale Beichte ein wichtiger Aspekt der Neuevangelisierung. „Wahre Umkehr des Herzens, die darin besteht, dass wir uns gegenüber dem verwandelnden und wiederbelebenden Handeln Gottes öffnen, ist die Antriebsquelle, die hinter aller Reform steht und zu einer authentischen Kraft der Evangelisierung wird. Bei der Beichte findet der reuige Sünder dank des ungeschuldeten Eingriffs der göttlichen Gnade Rechtfertigung, Vergebung und Heiligung. ... Nur diejenigen, die sich von der göttlichen Gnade gründlich erneuern lassen, können die Neuheit des Evangeliums verinnerlichen und daher verkündigen.“ Alle Heiligen der Geschichte legten über die enge Beziehung Zeugnis ab, die zwischen einem heiligen Leben und dem Sakrament der Versöhnung bestehe. Die Neuevangelisierung „bezieht ihr Lebensblut von der Heiligkeit der Söhne und Töchter der Kirche, vom täglichen Prozess der Bekehrung des Einzelnen und der Gemeinschaften, in dem sie sich immer tiefer mit Christus gleichgestalten.“

Der Papst erinnerte seine Zuhörer daran, dass der Priester bei der Spendung des Bußsakraments ein Werkzeug sei, das die Begegnung zwischen Gott und den Menschen leichter ermöglichet. Der reuige Sünder spüre ein tiefes Verlangen nach Wandel, er wolle Barmherzigkeit empfangen, sehne sich danach, „die Begegnung und Umarmung mit Christus“ durch den Sakramentsempfang erneut zu erfahren.

„Auf diese Weise werden Sie“, so der Heilige Vater, „Mitarbeiter und Protagonisten so vieler Neuanfänge sein, wie Sie Sündern begegnen. ... Die Neuevangelisierung beginnt auch im Beichtstuhl, bei der geheimnisvollen Begegnung zwischen der unaufhörlichen Bitte des Menschen ... und der Barmherzigkeit Gottes, die die einzig angemessene Antwort auf das Bedürfnis der Menschheit nach dem Unendlichen ist.“ Wenn die Gläubigen beim Sakramentsempfang wirklich Christi Erbarmen erführen, „werden sie glaubwürdige Zeugen der Heiligkeit werden, was das Ziel der Neuevangelisierung ist.“

Der Papst erklärte weiterhin, dass diese Dinge von noch bedeutsamer würden, wenn es sich um Priester handle. Um ihre Begegnung mit Christus aufzufrischen und zur Neuevangelisierung beizutragen, müssten sie die ersten sein, die ihr Bewusstsein, selbst Sünder zu sein und der sakramentalen Vergebung zu bedürfen, erneuern.

Zum Abschluss mahnte Benedikt XVI. seine Zuhörerschaft sicherzustellen, „dass die Neuheit Christi stets Mittelpunkt und Leitmotiv für euer priesterliches Leben ist, damit die Menschen, die euch begegnen, aufgrund eures Dienstes wie Andreas und Johannes verkünden mögen: ‚Wir haben den Messias gefunden‘. Auf diese Weise wird jede Beichte, aus der der einzelne Christ erneuert hervorgeht, einen Schritt vorwärts im Sinne der Neuevangelisierung darstellen“.

[Übersetzung des englischen Originals von P. Thomas Fox LC]