Papst Benedikt appelliert an die G8-Staaten, ihre Versprechen zur Armutsbekämpfung einzuhalten

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ROM, 6. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Die Versprechungen, die Entwicklungshilfe für die ärmsten Bevölkerungen, vor allem in Afrika, zu erhöhen, dürfen nicht vernachlässigt werden“: Mit diesen Worten bekräftigte Papst Benedikt XVI. am Mittwochvormittag seinen eindringlichen Appell an die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8-Staaten) zum aufrichtigen Einsatz in der Bekämpfung der weltweiten Armut.

Papst Benedikt hatte die G8-Staaten und die EU-Mitgliedsländer in einem Brief an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgefordert, in Sachen Armutsbekämpfung eine Vorreiterrolle einzunehmen, und diesbezüglich eine ganze Liste von erforderlichen Maßnahmen angeführt. Merkel steht dem dreitägigen Gipfel der G8-Staaten vor, der heute in Heiligendamm begonnen hat. Armutsbekämpfung und Klimaschutz sind zwei der großen Themen, die auf der Tagesordnung dieser internationalen Begegnung stehen.

Am 2. Februar 2007 hatte die deutsche Kanzlerin dem Bischof von Rom schriftlich versichert, „dass sich die G8-Staaten um die Einhaltung der Millenniumsziele bemühen“, berichtete Benedikt XVI. während der Generalaudienz auf dem Petersplatz. In Anspielung auf das zweite Millenniumsziel (Grundschulbildung für alle Jungen und Mädchen bis zum Jahr 2015) wies er darauf hin, dass die Bildung die Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung sei.

„Es darf nicht vergessen werden, dass die katholische Kirche im Erziehungswesen immer eine führende Rolle gespielt hat“, fuhr der Heilige Vater fort. Insbesondere in den ärmsten Ländern der Welt sei sie gerade auch dorthin gelangt, wo der Staat aufgrund von fehlenden strukturellen Voraussetzungen nicht hinkommen konnte. „Andere Kirchen, Religionsgruppen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft teilen diesen Bildungsauftrag. Das ist eine Realität, die die Regierungen und internationalen Organisationen im Sinn des Prinzips der Gegenseitigkeit anerkennen, schätzen und unterstützen sollten - auch durch angemessene finanzielle Beiträge.“

In seinem Schreiben an Angela Merkel betont Benedikt XVI., „dass die Erreichung des Ziels, bis zum Jahr 2015 die extreme Armut zu beseitigen, eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit darstellt“. Er und Angehörige verschiedener Religionen und Kulturen auf der ganzen Welt teilten darüber hinaus die Überzeugung, „dass dieses Ziel in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem Weltfrieden und der weltweiten Sicherheit steht. Ihr Blick richtet sich jetzt auf die in der nächsten Zeit der deutschen Regierung übertragene Führung, bei der sichergestellt werden soll, daß die G8 und die Europäische Union die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Armut zu überwinden. Die Gläubigen sind bereit, ihren Beitrag zu diesen Bemühungen zu leisten, und unterstützen solidarisch Ihren Einsatz.“