Papst Benedikt: Das Fest, das uns Gott bereitet, beginnt schon hier auf Erden

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“

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ROM, 17. August 2009 (ZENIT.org).- „Die Eucharistie ist das Mittel, das Instrument dieser gegenseitigen Verwandlung, die stets Gott als Ziel und Protagonisten hat: Er ist das Haupt und wir die Glieder, er ist der Rebstock und wir die Reben. Wer von diesem Brot isst und in Gemeinschaft mit Jesus lebt und sich so von ihm und in ihm verwandeln lässt, wird vom ewigen Tod gerettet werden.“



In seiner Ansprache zum traditionellen Gebet des Angelus verwies Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, auf die innere Verbindung zwischen der Jungfrau Maria, der Menschwerdung und der Gegenwart Gottes in der Welt.

Das Wort aus dem Sonntagsevangelium: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ (Joh 6,51) bot dem Heiligen Vater Gelegenheit, die Übereinstimmung mit dem Fest Aufnahme Mariens in den Himmel herauszustellen, die um das Symbol des „Himmels“ kreise.
 
Maria sei in jenen Ort „aufgenommen“ worden, von dem ihr Sohn „herabgekommen“ war, so Papst Benedikt. Und Jesus stelle sich als das „lebendige Brot“ vor, also als die Nahrung, „die das Leben Gottes selbst enthält und fähig ist, es dem zu geben, der von ihr isst; die wahre Speise, die das Leben schenkt und wirklich in der Tiefe nährt“.

Der Sohn Gottes habe sein „Fleisch“, das heißt seine konkrete und irdische Menschheit von Maria angenommen, „um in unsere Wesensart der Sterblichkeit einzugehen“, erklärte Benedikt XVI. Der Leib der Jungfrau sei am Ende ihres Lebens von Gott in den Himmel aufgenommen worden und habe in die himmlische Wesensart Eingang gefunden.
 
Benedikt XVI. machte die Gläubigen darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um eine Art „Tausch“ handle: Gott ergreife immer die Initiative, benötige aber Maria beziehungsweise „das Ja des Geschöpfs, ihres Fleisches, ihres konkreten Daseins, um die Materie seines Opfers vorzubereiten: den Leib und das Blut, die am Kreuz als Mittel des ewigen Lebens und im Sakrament der Eucharistie als geistliche Speise und geistlicher Trank dargebracht werden können“.
 
Gott bitte jeden Menschen darum, ihn anzunehmen, ihm Herz und Leib und das ganze Sein zur Verfügung zu stellen, damit er in der Welt wohnen kann. „Er ruft uns, dass wir uns ihm im Sakrament der Eucharistie anschließen, dem Brot, das für das Leben der Welt gebrochen wird, um gemeinsam die Kirche zu bilden, seinen geschichtlichen Leib.“
 
Der Mensch, der vom Brot des ewigen Lebens esse und in Gemeinschaft mit Jesus lebe und sich von ihm verwandeln lasse, „wird vom ewigen Tod gerettet werden“. Ein solcher Mensch ist nach Worten des Papstes „kein Knecht des Todes mehr und wird am jüngsten Tag auferstehen, um sich gemeinsam mit Maria und allen Heiligen des ewigen Festes zu erfreuen“.

Dieses „Fest Gottes“ beginne bereits zu Lebzeiten – „hier unten“, wie Benedikt XVI. es ausdrückte. „Es ist Geheimnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das im Leben und besonders in der eucharistischen Liturgie gefeiert wird und in der brüderlichen Gemeinschaft sowie im Dienst am Nächsten zum Ausdruck kommt.“