Papst Benedikt: Der Völkerapostel, Vorbild für christliche Umkehr

Die Begegnung mit Christus verändert das Leben radikal

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ROM, 26. Januar 2009 (ZENIT.org).- Die Begegnung mit Christus verändere das Leben vollkommen: Von dieser Erfahrung ausgehend, erklärte Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, in seiner Ansprache vor dem traditionellen Angelusgebet am Fest der Bekehrung des heiligen Paulus den Sinn der christlichen Umkehr.



Mit Blick auf die Bekehrung Pauli könne die wahre Bedeutung der dem Evangelium entsprechenden Umkehr (metánoia) richtig verstanden werden, so Papst Benedikt. Die Erfahrung des Apostels könne „ein Vorbild für jede wahre christliche Bekehrung sein“.

Die Begegnung mit Jesus Christus habe das Leben des heiligen Paulus radikal verwandelt. Seine Umkehr und die Umkehr jedes Christen bestehe „im Glauben an den gestorbene und auferstandenen Jesus und in der Öffnung für die Erleuchtung durch seine göttliche Gnade“. Wer sich der Macht der Vergebung Christi anvertraue und sich von ihm bei der Hand nehmen lasse, könne „dem Treibsand des Stolzes und der Sünde, der Lüge und des Kummers, des Egoismus und jeder falschen Sicherheit entkommen, um den Reichtum seiner Liebe kennen zu lernen und zu leben“.

Abschließend gedachte der Papst der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die am gestrigen Sonntagnachmittag mit der feierlichen Vesper in der Basilika St. Paul vor den Mauern ihren Abschluss fand. Paulus zeige den Christen die angemessene geistliche Haltung, um auf dem Weg der Gemeinschaft voranzuschreiten.

„Gewiss, wir Christen haben das Ziel der vollen Einheit noch nicht erreicht. Wenn wir uns aber ständig von Jesus, dem Herrn, bekehren lassen, werden wir sie sicher erreichen.“

Nach dem Gebet des Angelus grüßte der Heilige Vater „mit großer Zuneigung“ die Kinder und Jugendlichen der Katholischen Aktion Roms sowie einiger Pfarreien und Schulen der Stadt, die in Begleitung des Kardinalvikars des Bistums, Agostino Vallini, auf den Petersplatz gekommen waren. Die Katholische Aktion hatte auch dieses Jahr die traditionelle „Karawane des Friedens“ ausgerichtet.

Der Papst dankte den Kindern und Jugendlichen für ihre Treue zum Einsatz für den Frieden. Dieses Engagement bestehe „nicht so sehr aus Worten, als vielmehr aus Entscheidungen und Gesten“. Anschließend überließ der Papst einem aus Eritrea stammenden und nun in Rom lebenden Mädchen das Wort, bevor er zusammen mit den Vertretern der Kinder und Jugendlichen eine weiße Friedenstaube vom Fenster seines Arbeitszimmers in die Freiheit fliegen ließ.

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum grüßte Benedikt XVI. mit den folgenden Worten:
„Mit Freude grüße ich die Pilger und Besucher deutscher Sprache. Die Kirche feiert am 25. Januar das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus. Im Paulusjahr wollen wir dieses Gedenken auch am heutigen Sonntag begehen. Die Begegnung des glaubenseifrigen Juden Saulus mit dem auferstandenen Christus wird ihm zur Lebenswende. Paulus lässt die Erkenntnis des lebendigen Herrn nicht kalt, sondern macht ihn zum feurigen Boten des Evangeliums. Auch in uns will Christus durch sein Wort das Feuer seiner Liebe entfachen. Er will uns zu Aposteln des Heils in der Welt machen. Der Heilige Geist leite euch dabei und schenke euch wirkliche, bleibende Freude.“