Papst Benedikt: Die Berufung des Libanon ist es, ein Zeichen des Friedens zu sein

Empfang für Vertreter der Hilfswerks für die Ostkirchen

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ROM, 20. Juni 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. betonte gestern, Donnerstag, im Vatikan, er sei erleichtert, dass die gegenwärtige Lage im Libanon darauf hindeute, dass das Land zum Weg des Dialoges zurückgekehrt sei.

„Mit Dankbarkeit und Erleichterung haben wir die jüngste Entwicklung im Libanon verfolgt, der auf den den Weg des Dialogs und der gegenseitigen Verständigung zurückgekehrt ist“, erklärte der Heilige Vater bei einer Begegnung mit Vertretern des Verbands jener katholischen Hilfswerke, die sich für die Ostkirchen einsetzen (ROACO).

Nach monatelangem Tauziehen der verschiedenen christlichen Parteien und Gruppen bekam der Libanon am 25. Mai einen neuen Präsidenten (ZENIT berichtete). Der von kirchlichen Beobachtern als unparteiisch und neutral angesehene christliche Armeechef Michel Suleiman (51) wurde schließlich doch zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Der maronitische Patriarch Kardinal Mar Nasrallah Boutros Sfeir hatte bei den diesbezüglichen Verhandlungen eine bedeutende Rolle gespielt. Trotz seines Einsatzes gelang es jedoch lange Zeit nicht, den Streit zu schlichten (vgl. ZENIT vom 5. Dezember 2007).

„Ich möchte erneut den Wunsch äußern, dass der Libanon voller Mut seiner Berufung entsprechen möge und für den Nahen Osten und die Welt ein Zeichen bleibe, dass ein friedliches und konstruktives Zusammenleben unter den Menschen möglich ist“, betonte der Papst während des Empfangs.

Benedikt XVI. erinnerte seine Gäste an die Seligsprechung des Kapuzinerpaters Jacques Ghazir Haddad (1875-1954), die übermorgen, Sonntag, in Beirut stattfinden soll. Die jungen Christen im Libanon ermutigte er, mit Blick auf den neuen Seligen und seinen Mut, das Kreuz Christi auf sich zu nehmen, auch selbst „treue Zeugen des katholischen Glaubens in der arabischen Welt“ zu sein. Von P. Ghazir Haddad könne man lernen, wie schon ein Leben nach dem Evangelium sei, das vor allem im Einsatz für Arme und Benachteiligte konkrete Gestalt angenommen habe und so zu einem treuen Zeugnis des katholischen Glaubens geworden sei.

Der Papst forderte die Regierungen der internationalen Staatengemeinschaft zu mehr Friedensengagement im Nahen Osten auf und hob hervor, dass der „ersehnte Friede und die soziale Stabilität“ im Heiligen Land, im Libanon und im Irak nur unter Achtung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit gestiftet werden könnten. Zur Lösung des Flüchtlingsproblems und zum Stopp der Abwanderung von Christen aus der Region, die die Ostkirchen zutiefst verwunde, sei eine Ende des Konflikts erforderlich.

Der Bischof von Rom empfahl abschließend all diese Sorgen und Anliegen dem seligen Papst Johannes XXIII. an, „einem aufrichtigen Freund des Ostens und Papst der Enzyklika ‚Pacem in Terris'".

Die größte christliche Gemeinschaft im Libanon, die Maroniten, sind mit Rom uniert. Sie stellen traditionell den libanesischen Staatspräsidenten. Weltweit gibt es sechs Millionen Maroniten.

Präsident der Vereinigung der Hilfswerke für die Ostkirchen (ROACO) ist der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen. Der Einrichtung gehören mehr als dreißig Hilfswerke aus verschiedenen Ländern an, die sich finanziell in unterschiedlichen Sektoren einsetzen: beim Bau von Kirchen, bei der Bereitstellung von Stipendien, bei der Schaffung schulischer und sozialer Einrichtungen. Außer der „Catholic Near East Welfare Association“ (USA), die von Papst Pius XI. im Jahr 1928 approbiert wurde, und der Päpstlichen Mission für Palästina (USA), die 1949 entstand, gehören zur ROACO Werke, die in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Österreich finanzielle Mittel beschaffen.