Papst Benedikt: Die Postulatoren im Dienst der Wahrheit

Empfang für Mitglieder der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse

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ROM, 17. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Heiligen erzeugen Heiligkeit, und Heiligkeit säht Freude und Hoffnung in einer Welt, die danach dürstet. Am Montagvormittag empfing Papst Benedikt XVI. die rund 400 Postulatoren der Selig- und Heiligsprechungsprozesse in Audienz und dachte gemeinsam mit ihnen über die Erfordernisse ihrer besonderen Arbeit nach.

Der Heilige Vater erinnerte in seiner Ansprache an den bevorstehenden 25. Jahrestag der von Papst Johannes Paul II. promulgierten Apostolischen Konstitution „Divinus perfectionis Magister“ (1983). Mit dieser Konstitution wollte Johannes Paul II. die Prozedur der Heiligsprechungsprozesse revidieren, um den Bedürfnissen der Gelehrten und den Wünschen der Hirten in diesem für das Leben der Kirche so wichtigen Bereich entgegenzukommen.

Mit den Selig- und Heiligsprechungen danke die Kirche Gott für das Geschenk seiner Kinder, die es verstanden haben, großherzig auf die göttliche Gnade zu antworten. Alle Gläubigen seien dazu aufgerufen, diesen leuchtenden Beispielen der Heiligkeit zu folgen, betonte Benedikt XVI.

Die kirchlichen Gemeinschaften nähmen die Notwendigkeit wahr, dass es auch in unserer Zeit Zeugen gebe, die in der Lage sind, die ewige Wahrheit des Evangeliums in den konkreten Umständen des Leben zu verkörpern und so zu einem Instrument des Heils für die ganze Welt zu werden.

Wenn die Heiligen den Gläubigen mit ihrer spirituellen Dynamik und in ihrer historischen Wirklichkeit vor Augen geführt werden, tragen sie nach Worten des Papstes dazu bei, das Wort des Evangeliums und die Sendung des Kirche glaubwürdiger und anziehender zu machen. „Die Berührung mit ihnen ebnet den Weg zu wahren geistlichen Auferstehungen, zu dauerhaften Bekehrungen und zum Erblühen neuer Heiliger.“

Benedikt XVI. fuhr fort: „Die Heiligkeit säht Freude und Hoffnung. Sie gibt eine Antwort auf den Durst nach Glück, den die Menschen auch heute verspüren.“

Daher gebe es nicht nur eine kirchliche, sondern auch eine soziale Notwendigkeit, immer wieder neue Modelle der Heiligkeit vor Augen zu führen. Das mache die Arbeit von allen, die an Selig- und Heiligsprechungsverfahren beteiligt sind, besonders wertvoll.

Alle Mitarbeiter bei den Prozessen zu Selig- und Heiligsprechungen seien dem Dienst an der Wahrheit verpflichtet. Es gelte in diesem Sinn, im Anfangsstadium des Verfahrens auf Bistumsebene nicht nur das positive, sondern auch das negative Material zu sammeln und zu sichten. Die Objektivität und Vollständigkeit der in der ersten Phase gesammelten Beweise müsse dann natürlich auch der Phase der „Positiones“ entsprechen, die in den Aufgabenbereich der Kongregation fällt

„Grundlegend ist also die Aufgabe der Postulatoren“, schloss Papst Benedikt, „sowohl in der diözesanen Phase, als auch in der apostolischen Phase des Prozesses. Es ist dies eine Aufgabe, die einwandfrei sein muss, inspiriert von Aufrichtigkeit und ausgerichtet auf absolute Rechtschaffenheit.“