Papst Benedikt empfängt Botschafter aus Ecuador: Religionsfreiheit muss gewährleistet sein

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ROM, 29. Oktober 2007 (ZENIT.org).- In seiner Ansprache vor dem neuen Botschafter der Republik Ecuador, Fausto Cordovez Chiriboga, würdigte Papst Benedikt XVI. am Samstag das reiche Erbe der über Jahrhunderte hinweg gewachsenen Tradition dieser Nation: die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen, Volksfrömmigkeit und die moralischen, zivilen und sozialen Werte.



Der Papst erinnerte anlässlich der Übergabe der Beglaubigungsschreiben an die neuen „Szenarien von Freiheit und Hoffnung, die manchmal durch instabile politische Situationen und die Folgen schwacher sozialer Strukturen beeinträchtigt werden“. Aus diesem Grund sei es notwendig, sich für den Aufbau einer inneren und internationalen Ordnung einzusetzen, die das friedliche Zusammenleben, die Kooperation, die Achtung der Menschenrechte und vor allem die Anerkennung der zentralen Rolle der Person und ihrer unverletzlichen Würde fördert.

Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Liebe – die „caritas“ – immer und überall notwendig sei, ja sogar in den gerechtesten Gesellschaften. „Es gibt keine noch so gerechte staatliche Ordnung, die den Liebesdienst für überflüssig halten könnte“, unterstrich Benedikt XVI. Gerade die Liebe sei es, die als großherziges Geschenk seiner selbst all jene Werke hervorgebracht hat, die der Erziehung, dem Beistand, der Förderung und der Entwicklung dienen; diese Werke ehrten Kirche und Gesellschaft von Ecuador gleichermaßen.

Die katholische Kirche bietet nach Worten des Bischofs von Rom mit ihrem pastoralen Dienst einen entscheidend Beitrag zum Gemeinwohl des Landes. Daher sei es notwendig, „den Bereich der ihr von den verfassungsmäßigen und juridischen Texten zuerkannten Freiheit zu fördern und zu stärken“. Der Papst brachte in dieser Hinsicht die Hoffnung zum Ausdruck, dass die neue Verfassung den Garantien für die Religionsfreiheit des Volkes von Ecuador Beachtung schenke. Auf diese Weise könne sich die Nation auf einen Kanon von Gesetzestexten stützen, der dem internationalen Kontext und den internationalen Vereinbarungen entspricht.

Die Handlungsfreiheit der Kirche ist in den Augen des Papstes ein unveräußerliches Recht. Sie stelle die Grundvoraussetzung dar, damit die Kirche ihre Sendung zur Förderung der Bevölkerung auch unter schwierigen Umständen verwirklichen kann. Der Papst verwies diesbezüglich an seine Worte aus der Enzyklika Deus caritas est: „Nicht den alles regelnden und beherrschenden Staat brauchen wir, sondern den Staat, der entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip großzügig die Initiativen anerkennt und unterstützt, die aus den verschiedenen gesellschaftlichen Kräften aufsteigen und Spontaneität mit Nähe zu den hilfsbedürftigen Menschen verbinden.“

Aufgabe einer demokratischen Regierung sei es, eine Kultur des Respekts und der Gleichheit vor dem Gesetz zu schaffen und darüber hinaus eine vorbildhafte Ausübung der Autorität zu gewährleisten, die auf das Wohl des Volkes ausgerichtet ist.

Benedikt XVI. würdigte den bekundeten Willen der Regierung von Ecuador, sich bei ihrem Bemühen, die Not der Armen zu lindern, von der Soziallehre der Kirche inspirieren zu lassen.

Zum Schluss seiner Ansprache brachte der Papst den Wunsch zum Ausdruck, dass die Bürger in den Genuss aller Rechte und aller damit verbundenen Pflichten kommen mögen, um so bessere Lebensbedingungen zu erhalten sowie Zugang zu würdigeren Wohnungen, zu Arbeit, Erziehung und Gesundheit. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe müsse das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen geachtet werden.