Papst Benedikt empfängt muslimisch-katholisches Dialogkomitee

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ROM, 12. Juni 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing gestern, Mittwoch, Teilnehmer eines muslimisch-katholischen Komitees, die sich in Rom zu einer Tagung trafen.



Im Anschluss an die Generalaudienz, in deren Zentrum der heilige Missionar und Vater Europas Kolumban stand (vgl. Katechese), wurde Papst Benedikt von der Gruppe besucht. Das islamisch-katholische Komitee wurde nach einem Bericht des „Osservatore Romano“, der Tageszeitung des Vatikans, von der Kongregation für den Interreligiösen Dialog und dem Internationalen Islamischen Dialog-Forum, das seinen Sitz in Saudi-Arabien hat, gemeinsam gegründet.

Kardinal Jean-Louis Tauran und Erzbischof Pier Luigi Celata nahmen als Vertreter des Heiligen Stuhls ebenfalls an der Tagung teil. Kardinal Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, ist Mitglied zahlreicher Kurien und Kongregationen im Vatikan.

Die Arbeitsgespräche des islamisch-katholischen Komitees werden morgen, Freitag, zu Ende gehen. Seine Mitglieder befassen sich mit dem Thema: „Christen und Muslime: Zeugen des Gottes der Gerechtigkeit, des Friedens und des Mitgefühls in einer Welt, die an Gewalt leidet.“

Mit Blick auf den Islam hatte Kardinal Tauran in einem ZENIT-Interview erklärt, dass man gemeinsame Überzeugungen teilen könne – „zum Beispiel die Anbetung des einzigen Gottes, die Heiligkeit des menschlichen Lebens, die Würde der Familie, die Sorge um die Erziehung der Jugend“ –, während auf der anderen Seite bestimmte Probleme ausdiskutiert werden müssten, „wie zum Beispiel die Interpretation der Menschenrechte, so wie sie von den internationalen Konventionen definiert werden, oder das Prinzip der Reziprozität, das im Kontext der religiösen Freiheit sehr wichtig ist. Über diese Probleme werden wir sprechen müssen.“

Am 30. April hatte Benedikt XVI. die Mitglieder des dreitägigen christlich-muslimischen Seminars „Glaube und Vernunft im Christentum und im Islam” empfangen. Auch diese Tagung, die führende Mitglieder des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog und acht Delegierte der „Islamic Culture and Relations Organization“ aus Teheran (Iran) zusammenführte, ging auf die Initiative des Päpstlichen Rates zurück, dem Kardinal Jean-Louis Tauran vorsteht, und diente der Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses und zur Förderung des Dialogs. In diesem Horizont ist auch der offene Brief von 138 muslimischen Würdenträgern zu sehen (vgl. hierzu auch Antwort des Papstes).

Die Unterzeichner des genannten Schreibens werden sich vom 4. bis zum 6. November in Rom aufhalten. Nach einem Seminar im Vatikan werden sie auch mit dem Heiligen Vater zusammenkommen.