Papst Benedikt fordert mehr Engagement in der Armutbekämpfuung

Weltweit hungert jeder siebte Mensch

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ROM, 17. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat zur Überwindung der entwürdigenden Bedingungen aufgerufen, unter denen viele Menschen ihr Dasein fristen müssen.



Am Ende der Generalaudienz, die heute, Mittwoch, rund 30.000 Menschen auf den Petersplatz geführt hatte, kam der Papst auf den internationalen Tag der Armutsbekämpfung zu sprechen, der jedes Jahr am 17. Oktober begangen wird, und richtete einen energischen Appell an die anwesenden Gläubigen und Pilger aus verschiedenen Teilen der Welt, aber auch an die politisch Verantwortlichen.

„Heute wird der ‚Welttag der Absage an die Armut‘ begangen, der von den Vereinten Nationen unter dem Namen ‚Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut‘ anerkannt ist. Wie viele Völker leben noch immer unter Bedingungen äußerster Armut! Die Ungleichheit zwischen Reich und Arm ist offensichtlicher und beunruhigender geworden, sogar innerhalb der wirtschaftlich besser entwickelten Nationen.“

Papst Benedikt betonte, dass sich diese Besorgnis erregende Situation dem Gewissen der ganzen Menschheit gleichsam aufzwinge, „denn die Umstände, in denen sich eine große Zahl von Menschen befindet, sind so beschaffen, dass sie die Würde des Menschen verletzen und folglich den echten und harmonischen Fortschritt der Weltgemeinschaft beeinträchtigen. Deshalb ermutige ich dazu, die Anstrengungen zur Eliminierung der Ursachen für die Armut und der tragischen Folgen, die sich aus ihr ergeben, zu vermehren.“

Nach dem kürzlich vorgestellten „Welthunger-Index“ der Deutschen Welthungerhilfe müssen weltweit 861,6 Millionen Menschen hungern, was bedeutet, dass jedem siebten Menschen das Recht auf Nahrung verwehrt wird.

Die Millenniums-Entwicklungsziele, zu der sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet haben, sehen unter anderem vor, bis 2015 den Anteil hungernder Menschen insgesamt sowie den der unterernährten Kinder unter fünf Jahren zu halbieren und die Kindersterblichkeitsrate um zwei Drittel zu senken, ein Ziel, was vor allem mit Blick auf Subsahara-Afrika in weiter Ferne liegt. Auch wenn in den meisten Ländern Fortschritte erzielt worden sind, werden nach den bisherigen Berechnungen nur sechs von 42 Ländern die Hunger-Millenniumsziele erreichen.