Papst Benedikt fordert sofortige Freilassung zweier Priester, die im Irak entführt wurden

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ROM, 15. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. bekundete am Sonntag erneut seine große Sorge um die Lage im Irak und rief zur sofortigen Freilassung „zweier guter Priester der syrisch-katholischen Erzdiözese von Mosul“ auf, die mit dem Tod bedroht werden.



Nach dem Gebet des „Engel des Herrn“ wandte sich der Papst mit diesem Aufruf direkt an die Entführer. Zugleich unterstrich er, „dass Gewalt die Spannungen nicht vermindert“. Bei den entführten Priestern handelt es sich um Pater Mazin Ishoa (35) und Pater Pius Afas (60). Letzterer ist Professor für Bibelkunde am Priesterseminar in Mosul und leitete viele Jahre hindurch die arabische Zeitschrift „Christliches Gedankengut“. Pater Mazin Ishoa hat erst vor wenigen Monaten die Priesterweihe empfangen.

Nach einem Bericht, der heute, Montag, von „Radio Vatikan“ ausgestrahlt wurde, hat der syrisch-katholische Erzbischof von Mosul, Basile Georges Casmoussa, inzwischen bestätigt, dass die entführten Priester noch nicht freigelassen worden sind. „Die beiden Priester befinden sich noch in der Hand ihrer Entführer.“ Der Erzbischof wartet darauf, dass die Täter mit ihm Kontakt aufnehmen.

Bereits am Sonntag hatte Msgr. Jean Benjamin Sleiman, Weihbischof der Syrer für Bagdad, auf „Radio Vatikan“ betont: „Die Situation der Christen allgemein – der Katholiken wie der Nichtkatholiken – ist weiterhin prekär, ja sogar gefährlich. Das Christentum ist in dieser Region wirklich drauf und dran zu verschwinden. Die Menschen ziehen weg: Was dem einen zustößt, flößt dem anderen Angst ein, deshalb ziehen sie es vor, wegzugehen“, berichtete der Bischof.

„Irak läuft Gefahr, sich in eine Schattengesellschaft zu verwandeln. Denn wenn das mit dem ‚grünen Holz‘ geschieht – mit den Christen, die friedlich sind –, was werden sie dann mit denen machen, die nicht so sind; dort, wo die Konflikte noch brutaler und blutiger sind?“

Das Verschwinden der Christen im Irak ist in den Augen des Weihbischofs ein klares Zeichen dafür, „dass die irakische Gesellschaft nicht mehr über jene Mittel verfügt, die zu einem echten Zusammenleben derer, die sich voneinander unterscheiden, erforderlich sind“.