Papst Benedikt freut sich über Inthronisierung des Patriarchen von Bukarest

Der Papst wünscht sich vertiefte Beziehungen als „Prolog zur vollen Einheit“

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ROM, 1. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Anlässlich der Inthronisierung des neuen orthodoxen Patriarchen von Rumänien, Daniel Ciobotea, gestern, Sonntag, in der Kathedrale von Bukarest hat Papst Benedikt XVI. seine Glückwünsche und seine aufrichtige Freude zu diesem Ereignis zum Ausdruck gebracht.



Der vatikanischen Delegation, die bei der feierlichen Eucharistiefeier gegenwärtig war, gehörten Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Bischof Brian Farrell, Sekretär des genannten Rates, sowie Erzbischof Jean-Claude Perrisét an, Apostolischer Nuntius in Rumänien.

Papst Benedikt XVI. übermittelte eine Grußbotschaft, die im Anschluss an die Liturgie zusammen mit den anderen Glückwunschschreiben während der Sitzung der Heiligen Synode im Palast des Patriarchen verlesen wurde.

In der Botschaft, die heute vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, ruft der Papst den Heiligen Geist an, damit er dem neuen Patriarchen Daniel, der am 12. September gewählt wurde, in seiner schweren Aufgabe der Leitung dieser zweitgrößten orthodoxen Gemeinde der Welt (nach Russland) beistehe. Benedikt XVI. bittet darum, der Kirche in Rumänien zu helfen, damit sie mit „erneuerter Lebhaftigkeit den notwendigen materiellen und geistlichen Veränderungen und Neuordnungen im Zuge der Schwierigkeiten der jüngsten Vergangenheit entgegentritt“, als die Freiheit noch sehr eingeschränkt war und offene Verfolgungen keine Seltenheit.

Der Heilige Vater wünscht der orthodoxen Kirche, dass sie den Erwartungen des rumänischen Volkes entsprechen kann, indem sie ihm vor allem mehr Hoffung gibt, „um den jungen Generationen die moralischen und geistlichen Grundwerte zu übermitteln, damit sie den verschiedenen ideologischen Strömungen entgegenwirken können“, die bis heute ein große Anzahl von Menschen anziehen.

Benedikt XVI. erinnert an die Begegnung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem am 30. Juli verstorbenen Patriarchen Teoktist in Bukarest im Jahr 1999. Es war dies die erste Reise eines Papstes in ein überwiegend orthodoxes Land. Jener Weg der Hoffung, der schon offen ist, soll nach Worten des Papstes mit der Perspektive fortgesetzt werden, die volle Einheit zu erreichen. Dabei sei es von besonderer Notwendigkeit, zum Wohl der Kirche die Bande zwischen Katholiken und Orthodoxen zu vertiefen.

Auch die Beziehungen zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Bukarest müssten, so der ausdrückliche Wunsch Benedikts XVI., gestärkt werden, um auf die aktuellen Bedürfnisse in Europa und der ganzen Welt zu antworten – „sowohl auf religiöser als auch auf sozialer Ebene“.

Der Papst würdigt die aktive Rolle und positive Teilnahme der orthodoxen Kirche in der gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog und die Absicht des Patriarchen Daniel, den Dialog zwischen Katholiken und Orthodoxen weiter voranzutreiben.

Benedikt XVI. spricht von seinem tiefen Wunsch, „in Geduld, mit gegenseitiger Liebe und Achtung“ auch jene Fragen zu behandeln, die zwar von zweifellos geringerer Bedeutung seien, auf lokaler Ebene aber Hindernisse in den Weg legten. So könne es dazu kommen, dass die Christen oft nebeneinander lebten, ohne immer die alltägliche Verbundenheit zu suchen, die für die Beziehungen von Katholiken und Orthodoxen besonders wertvoll sein könnten.

Der Heilige Vater schließt seine Botschaft, indem er an das Gebot Jesu erinnert, einander zu lieben: Dieses Gebot sollte alle zur Aufnahme neuer Beziehungen veranlassen, was in den Augen Benedikts XVI. den „Prolog zur vollen Einheit“ darstellt.