Papst Benedikt gedenkt der italienischen Erdbebenopfer

Heftiges Beben mit Stärke 5,8 erschütterte die L'Aquila und Umgebung (Region Abruzzen)

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ROM, 6. April 2009 (ZENIT.org).- In einem Telegramm an den Erzischof der abruzzesischen Stadt L'Aquila bringt Papst Benedikt XVI. der Bevölkerung, die heute Nacht von einem schweren Erdbeben überrascht worden war, seine Anteilnahme zum Ausdruck.

In dem von Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone SDB unterzeichneten Schreiben heißt es, dass „die dramatische Nachricht von dem schweren Erdbeben, von dem das Territorium der Erzdiözese betroffen wurde, die Seele des Papstes mit Bestürzung erfüllt hat“.

Der Heilige Vater sichere den Opfern und insbesondere den Kindern, die umgekommen sind, sein Gebet zu und bitte Gott um Trost für die Familienangehörigen. Zudem spricht Benedikt XVI. nach dem heute veröffentlichten Telegramm allen Überlebenden sowie allen Menschen, die sich an den Hilfsarbeiten aktiv beteiligen, Mut zu und übersendet ihnen einen besonderen apostolischen Segen.

Die Situation in den Abruzzen ist tragisch. Um 3.32 Uhr des heutigen Montagmorgens erschütterte ein schweres Erdbeben (nach Angaben des Zivilschutzes mit Stärke 5,8 auf der Richterskala) die gesamte Region. Das Beben dauerte rund 30 Sekunden. Dutzende von Menschen wurden tot geborgen. Eine noch unbestimmte Zahl hat Hab und Gut verloren und ist obdachlos geworden. In vielen Ortschaften versuchen die Menschen oft, mit bloßen Händen Überlebende aus dem Schutt zu bergen.

Aufgrund der katastrophalen Lage sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi seinen geplanten Besuch in Moskau ab, um sich in L’Aquila, der Hauptstadt der Region, einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Den Opfern sagte er unbürokratische Hilfe zu. Über die Region verhängte er den Ausnahmezustand. Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde, Luca Spoletini, erklärte, die Situation sei „extrem kritisch“.

Medienberichten zufolge befinden sind unter den Todesopfern auch fünf Kinder. Sie sollen im Krankenhaus von L’Aquila ihren schweren Verletzungen erlegen sein. Am stärksten betroffen ist die Hauptstadt L’Aquila mit ihren 70.000 Einwohnern. Die Universitätsklinik der Stadt wurde wegen Einsturzgefahr gesperrt. Auch in anderen Krankenhäusern mussten Verletzte unter freiem Himmel behandelt werden, die Notaufnahmen waren überfüllt. Wie de italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurde ein Feldlazarett nach L’Aquila geschickt. Schwerstverletzte wurden per Hubschrauber in benachbarte Krankenhäuser gebracht.

Die Autobahn Rom-L’Aquila wurde teilweise geschlossen, für Lastwagen sogar ganz. Auf der Fahrbahn liegen große Geröllbrocken. Der Leiter der Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso, erklärte, es handle sich „um die schlimmste Katastrophe seit Beginn des Jahrtausends“.