Papst Benedikt gratuliert dem Träger des Templeton-Preises 2008

Hohe Auszeichnung für polnischen Theologen und Wissenschaftler Michal Heller (72)

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ROM/LONDON, 7. Mai 2008 (ZENIT.org).- Heute wurde dem 72 Jahre alten katholischen Theologe und Kosmologen Michal Heller im Rahmen einer privaten Zeremonie im Londoner Buckingham-Palast der renommierte Templeton-Preis 2008 verliehen. Der polnische Priester und Forscher erhielt die Auszeichnung aus der Hand von Prinz Philipp, dem Herzog von Edinburgh, weil er „bereits vor 40 Jahren originelle Konzepte zur Entstehung des Universums“ entwickelt habe.



Der heute mit 820.000 Pfund (etwas mehr als 1 Million Euro) dotierte Preis wird seit 1972 jedes Jahr an eine lebende Persönlichkeit vergeben, die in außerordentlicher Weise die spirituelle Dimension des Lebens sichtbar gemacht hat (vgl. Webseite zum Templeton-Preis). Die weltweit höchst dotierte Auszeichnung erhielten vor Heller unter anderem die selige Mutter Teresa von Kalkutta, Frère Roger Schutz, Chiara Lubich, Alexander Solschenizyn und Michael Novak. Der Preisträger des vergangenen Jahres war Professor Charles Taylor.

Heller ist Professor für Theoretische Physik, Kosmologie und Wissenschaftsphilosophie an der philosophischen Fakultät der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau. In seinen Forschungen erklärt er unter anderem, dass die mathematische Natur der Welt einen Beweis für die Existenz Gottes liefert.

Wir veröffentlichen das Telegramm, das Erzbischof Filoni, Substitut im Vatikanischen Staatssekretariat, dem Gewinner des Templeton-Preises im Namen des Heiligen Vaters hat zukommen lassen.

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Sehr geehrter Msgr. Heller,

Der Heilige Vater hat sich gefreut, als er erfuhr, dass Sie in Anerkennung Ihres außerordentlichen Beitrags zur Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Religion den Templeton-Preis zugesprochen bekommen haben, und er sendet Ihnen seine herzlichsten Glückwünsche und alles Gute.

Wie Sie wissen, hat Seine Heiligkeit wiederholt auf die Bedeutung einer fruchtbaren Begegnung von Glaube und Vernunft hingewiesen, die beiden Flügel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt (vgl. Fides et Ratio 1); und er möchte alle ermutigen, die ihr Leben der Erforschung der tiefen Einsichten widmen, die durch eine mit dem religiösen Glauben verbundene wissenschaftliche Forschung gewonnen werden können. Er betet darum, dass Ihre Arbeit in den Bereichen Kosmologie und Philosophie dazu beitragen möge, diese Botschaft bekannt zu machen: „Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament“ (Ps 19,2).

Wenn Ihnen diese prestigeträchtige Auszeichnung am 7. Mai 2008 in London verliehen wird, wird der Heilige Vater in seinen Gebeten besonders an Sie denken. Ihnen und allen, deren Arbeit dazu dient, ein tieferes Verständnis der Beziehung von Religion und Wissenschaft zu fördern, erteilt Seine Heiligkeit seinen Apostolischen Segen.

Hochachtungsvoll in Christus,

Erzbischof Fernando Filoni
Substitut

[ZENIT-Übersetzung des italienischen vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Originals]