Papst Benedikt in Sorge wegen radikalislamistischer Anschläge in Nigeria

Gewalt sät Hass und Trennung unter den Gläubigen

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VATIKANSTADT, 6. November 2011 (ZENIT.org). – Nach dem Angelusgebet hat Papst Benedikt XVI. zur Beendigung der Gewalt in Nigeria aufgerufen. Wörtlich sagte er in italienischer Sprache:

„Ich verfolge mit Sorge die tragischen Ereignisse, die sich in den vergangenen Tagen in Nigeria zugetragen haben. Während ich für die Opfer bete, fordere ich dazu auf, alle Gewalt zu beenden. Sie löst keine Probleme, sondern vergrößert sie, indem sie Hass und Trennung unter den Gläubigen sät.“

Die Gewalt durch die radikale muslimische Sekte Boko Haram in Nigeria hatte in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt erreicht. Mindestens 69 Menschen waren am Freitag bei einer Serie von Bombenanschlägen und Überfällen im Nordosten des Landes ums Leben gekommen. Am Sonntag töteten Mitglieder der Sekte in ihrer Hochburg Maiduguri einen Polizisten.

Am Freitagabend ereignete sich in den Städten Damaturu im Bundesstaat Yobe sowie ein wenig später in Maiduguri, Bundesstaat Borno, eine der schwersten Anschlagsserien überhaupt. Vor einer Bank sowie einigen Polizeistationen und Kirchen explodierten gleich mehrere Bomben. Wie viele Menschen ums Leben gekommen sind, ist noch unklar. Örtliche Medien sprechen von mehr als 130 Opfern.

Zu den tödlichen Anschlägen hat sich die islamistische Sekte Boko Haram bekannt, zu Deutsch „Westliche Bildung ist Sünde". Die Gruppe hat ihr Hauptquartier in Maiduguri. Von hier aus hatte sie in den vergangenen Jahren wiederholt zugeschlagen.