Papst Benedikt: Jahr des Glaubens angekündigt

Beginn am 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils

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VATIKANSTADT, 17. Oktober 2011 (ZENIT.org). – Ganz im Zeichen der Ankündigung des „Jahres des Glaubens“ stand die Ansprache von Papst Benedikt vor dem sonntäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz, das er auch bereits in der Predigt bei der hl. Messe am Vormittag im Petersdom zum Ende eines vom Päpstlichen Rat zur Neuevangelisierung veranstalteten Kongresses am Wochenende vorgestellt hatte. Das „Jahr des Glaubens“, das am 11. Oktober 2012 – dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils – beginnen und am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, enden wird, solle vor allem der Neuevangelisierung der säkularisierten westlichen Länder dienen. Es folgt auf das Paulusjahr von 2008 bis 2009 und auf das im Juni 2010 zu Ende gegangene Priesterjahr.

Gleichzeitig kündigte der Papst für die nächsten Tage ein Apostolisches Schreiben über die Beweggründe, die Ziele und die Leitlinien dieses Jahres an

[Wir dokumentieren den Wortlaut der Ansprache in einer eigenen deutschen Übersetzung:]

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Liebe Brüder und Schwestern!

Gestern und heute fand im Vatikan ein wichtiges Treffen zum Thema der Neuevangelisation statt, ein Treffen, das heute Morgen mit der von mir geleiteten Eucharistiefeier im Petersdom abschloss. Die vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisation organisierte Veranstaltung diente vor allem dazu, die Bereiche einer erneuerten Verkündigung des Evangeliums in den Ländern mit einer alten christlichen Tradition zu vertiefen, und hat zugleich einige inhaltsreiche Zeugnisse und Erfahrungen vorgestellt. Auf die Einladung haben zahlreiche Personen aus allen Teilen der Welt geantwortet, die sich in dieser Sendung engagieren, die schon der selige Johannes Paul II. der Kirche deutlich als dringliche und leidenschaftliche Herausforderung aufgezeigt hatte. In den Spuren des Zweiten Vatikanischen Konzils und dessen, der zu seiner Verwirklichung angeleitet hat – Papst Pauls VI. –, war er tatsächlich sowohl ein unermüdlicher Förderer der Sendung „Ad gentes“, das heißt, zu den Völkern und zu den Ländern, wo das Evangelium noch keine Wurzeln geschlagen hat, als auch ein Herold der Neuevangelisation. Es sind Aspekte der einen Sendung der Kirche, und es ist daher bedeutsam, sie zusammen in diesem Monat Oktober zu betrachten, der von der Feier des Weltmissionstages am nächsten Sonntag geprägt ist.   

Wie schon vorhin während der Predigt in der Messe, nutze ich gern diese Gelegenheit, um bekannt zu geben, dass ich beschlossen habe, ein besonderes Jahr des Glaubens auszurufen, das am 11. Oktober 2012 – dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils – beginnen und am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, enden wird. Die Beweggründe, die Ziele und die Leitlinien dieses Jahres habe ich in einem Apostolischen Schreiben erläutert, das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Der Diener Gottes, Paul VI., rief ein ähnliches „Jahr des Glaubens“ im Jahr 1967 aus, anlässlich des 1900jährigen Jubiläums des Martyriums der Apostel Petrus und Paulus und in einer Zeit großer kultureller Umwälzungen. Ich meine, dass es nach Ablauf eines halben Jahrhunderts seit der Eröffnung des Konzils passend ist, an die Schönheit und Zentralität des Glaubens, an die Notwendigkeit seiner Stärkung und Vertiefung auf persönlicher und gemeinschaftlicher Ebene zu erinnern und dies weniger in festlicher als vielmehr in missionarischer Perspektive zu tun, genau in der Perspektive der Sendung „ad gentes“ und der Neuevangelisation.

Liebe Freunde, in der Liturgie dieses Sonntags ist zu lesen, was der heilige Paulus den Thessalonichern geschrieben hat: „Unser Evangelium wurde bei euch nicht nur durch Worte verbreitet, sondern auch durch die Macht des Heiligen Geistes und durch tiefe Überzeugung”. Dieses Wort des Völkerapostels sei der Wunsch und das Programm der heutigen Missionare – Priester, Ordensleute und Laien –, die sich dafür einsetzen, Christus zu verkünden bei denen, die ihn noch nicht kennen oder ihn auf eine einfache historische Person verkürzt haben. Die Jungfrau Maria helfe jedem Christen, ein wirksamer Zeuge des Evangeliums zu sein.

Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:

Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich den Besuchern aus den Ländern der deutschen Sprache. Mit zahlreichen Gläubigen habe ich heute im Petersdom die heilige Messe mit dem Anliegen der Neuevangelisierung gefeiert. Jesus Christus offenbart uns das Geheimnis der Liebe Gottes zu uns Menschen. Er ist diese Liebe in Person. Durch sein Kreuz und seine Auferstehung hat er den Tod überwunden und uns neues Leben gebracht. Für die Apostel war es unmöglich, von dieser frohen Botschaft zu schweigen (vgl. Apg 4,20). Auch wir sind gerufen, unseren Glauben in Wort und Tat zu leben und so zu Verkündern des Evangeliums und zu Missionaren im Alltag zu werden. Gott plant unser Mitwirken ein und zählt auf unser Glaubenszeugnis. Dazu schenke der Herr uns die Kraft des Heiligen Geistes.

[© Copyright 2011 - Libreria Vaticana]