Papst Benedikt: Kirche und Gesellschaft brauchen die Kranken und Behinderten

Begegnung im Petersdom

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ROM, 20. März 2007 (ZENIT.org).- Bei einer Begegnung mit Mitgliedern und Freunden des „Verbands für den Lourdes-Krankentransport“ („Opera Federativa Trasporto Ammalati a Lourdes“, OFTAL) und der „Apostolischen Bewegung für die Blinden“ (Movimento Apostolico Ciechi, MAC) betonte Benedikt XVI. am Samstag im Petersdom, dass man dank des Glaubens und dank christlicher Freundschaften jede schwierige Situationen meistern könne.



„Liebe Brüder und Schwestern, die Kirche braucht auch eure Mitwirkung, um dem Willen Gottes ganz und in Treue entsprechen zu können. Dasselbe lässt sich über die Zivilgesellschaft sagen: Die Menschheit bedarf eurer Fähigkeiten, die Prophezeiungen des Reiches Gottes sind.“ Der Papst forderte seine Gäste auf, sich nicht von den eigenen Grenzen und Schwächen einschüchtern zu lassen: „Gott liebt es, sein Werk mit armseligen Werkzeugen zu verrichten. Aber er bittet um einen großzügigen Glauben.“

Nachdem der Heilige Vater die Geschichte der beiden Institutionen in Erinnerung gerufen hatte, würdigte er sie als eine „Erfahrung geschwisterlichen Teilens, die auf dem Evangelium gründet“. Dadurch ließen beide Einrichtungen den Glauben und die christliche Freundschaft sichtbar werden, „die es ermöglichen, jede Situation der Gebrechlichkeit gemeinsam zu ertragen“.

Benedikt XVI. wies darauf hin, dass beide Vereinigungen mit ihrem jeweiligen Charisma am Aufbau der Kirche mitwirkten. „Ihr, Freunde von OFTAL, bietet die Erfahrung der Wallfahrt mit den Kranken an, ein Zeichen voller Glauben und Solidarität unter Menschen, die sich selbst und ihre eigenen Probleme vergessen, um auf ein gemeinsames Ziel zuzugehen, zu einem geistlichen Ort: nach Lourdes, ins Heilige Land, nach Loreto, Fatima und zu anderen Wallfahrtsorten. Auf diese Weise helft ihr dem Volk Gottes, das Bewusstsein zu bewahren, dass wir Pilger sind, die den Spuren Christi folgen.“

Der Papst richtete sich anschließend an die Freunde und Mitglieder der Apostolischen Bewegung für die Blinden. Mit ihrem Einsatz bezeugten sie, dass die christliche Liebe dazu befähige, „Behinderungen zu überwinden und Unterschiede auf positive Weise zu leben“. Sie würden so als Gelegenheit erfahren, „für alle offen zu sein und sich ihrer Probleme, aber vor allem ihrer Begabungen anzunehmen, sowie als Gelegenheit zum gegenseitigen Dienst“.

OFTAL wurde 1932 von einem Priester der italienischen Diözese Vercelli gegründet. Die „Apostolische Bewegung für die Blinden“ ist eine Nichtregierungsorganisation, der Laien angehören. Sie wurde 1928 von einem blinden Lehrer aus der italienischen Stadt Monza gegründet und von Papst Johannes XXIII. approbiert.