Papst Benedikt liegt der Irak besonders am Herzen

P. Lombardi SJ, Pressesprecher des Heiligen Vaters, kommentiert Friedensappell

| 1101 klicks

ROM, 25. Juni 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. habe den bedrängten Christen im Irak immer wieder und in besonderer Weise seine tiefe Sorge und Solidarität bekundet, unterstrich P. Federico Lombardo SJ, Leiter des vatikanischen Pressebüros. In der jüngsten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die regelmäßig vom Vatikanischen Fernsehzentrum (CTV) ausgestrahlt wird, kommentierte der Ordenspriester den jüngsten Friedensappell des Heiligen Vaters.



P. Lombardi, der auch „Radio Vatikan“ und CTV leitet, zitierte, was der Papst am 21. Juni beim Empfang der Teilnehmer der Jahresversammlung der Union der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen (ROACO) im Vatikan gesagt hatte:„Die ganze Kirche begleitet mit Wohlwollen und Bewunderung alle ihre Söhne und Töchter und unterstützt sie in dieser Stunde des authentischen Martyriums für den Namen Christi.“

Mit diesen klaren Worten habe der Bischof von Rom auf den Hilferuf antworten wollen, „der aus den christlichen Gemeinden im Nahen Osten kommt, die durch den Krieg verwüstet worden sind“. Insbesondere habe er dabei an den Irak gedacht, „wo die Ermordung und die Entführung von Priestern und ihrer Mitarbeiter in den vergangenen Wochen ein schreckliches Sprachrohr jener leidvollen Situation geworden sind, die nun schon seit geraumer Zeit dort herrscht“.

P. Lombardi SJ verwies darauf, dass der Papst am selben Tag den Patriarchen der Aassyrischen Kirche des Ostens, Katholikos Mar Dinkha IV., in Audienz empfangen hatte; auch ihm gegenüber habe er seine große Sorge um die Christen im Irak zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig habe der Heilige Vater seine Solidarität mit allen Christen bekundet, die im krisengeschüttelten Land ausharren und ihren Glauben oft „zum Preis heroischer Opfer“ bezeugen.

Benedikt XVI. habe zudem auf den zunehmenden Druck hingewiesen, die die Christen in dieser Region ausgesetzt seien: dem Druck der Ungewissheit, dem Druck, jederzeit zur Zielscheibe einer Gewalttat zu werden, und schließlich dem Druck aufzugeben. Nach P. Lombardi sind diese düsteren Aussichten vom Bischof von Kirkuk, Louis Sako, bestätigt worden.

In einem Brief habe Bischof Sako betont, dass das „Leben der Christen im Irak immer schwieriger wird, weil die gegenwärtige Regierung nicht in der Lage gewesen ist, für Sicherheit zu sorgen und die Umsetzung des Gesetzes zu garantieren“. Christen, die nicht über eigene Milizen verfügten, um sich zu verteidigen, „sind total verletzbar“, heißt es indem Schreiben.

P. Lombardi kommentierte diesbezüglich: „Wir sollten nicht überrascht sein, dass viele Christen versuchen, in andere Länder abzuwandern. Die historische Präsenz der alten christlichen Gemeinden ist folglich in Gefahr zu verschwinden. Alle Christen – nicht nur Katholiken – müssen sich mit den Äußerungen des Papstes solidarisieren.

Der Papst hat gesagt: „Ich klopfe an die Herzen all derer, die besondere Verantwortung tragen, und frage sie, ob sie der ernsten Pflicht, den Frieden unterschiedslos für alle zu garantieren, nachkommen wollen, um sie von der tödlichen Krankheit der religiösen, kulturellen, historischen und geographischen Diskriminierung zu befreien.“ P. Lombardi fügte hinzu: „Wir dürfen das Martyrium all dieser unserer Brüder nicht vergessen, die der Gewalt vollkommen wehrlos gegenüberstehen.“