Papst Benedikt ruft Kirche in Portugal zu Mentalitätswandel auf

Laien und Geistliche tragen gemeinsam die Verantwortung für das Wachstum der Kirche

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ROM, 15. November 2007 (ZENIT.org).- Angesichts der wachsenden Zahl nicht praktizierender Katholiken in Portugal hat Papst Benedikt XVI. die Kirche in diesem Land zu einem Mentalitätswandel aufgerufen. Die Gesinnung müsse sich mehr für das Zweite Vatikanische Konzil öffnen, betonte der Papst am Samstag, als er die portugiesischen Bischöfe zum Abschluss ihres „Ad-limina“-Besuchs im Vatikan empfing.



Die Kirche soll nach Worten des Heiligen Vaters „nicht von sich selbst reden, sondern von Gott. Damit meine ich nicht, dass wir nicht die beste Organisation der Kirche und die Verteilung von Aufgaben besprechen müssten – es gibt da stets Unausgewogenheiten, die korrigiert werden müssen. Diese Angelegenheiten sollten uns jedoch nicht vom wahren Missionsauftrag der Kirche ablenken.“

Mit Bezug auf seine Enzyklika Deus caritas est führte der Heilige Vater aus: „Man beginnt sein Christsein nicht aufgrund einer ethischen Entscheidung oder einer großartigen Idee, sondern vielmehr wegen einer Begegnung mit einem Erlebnis, mit einer Person, die dem Leben neue Horizonte eröffnet und somit auch eine entscheidende Orientierung verleiht. Die Evangelisierung der Person und der menschlichen Gemeinschaften hängt vollkommen von dieser Begegnung mit Jesus Christus ab.“

In Anbetracht der Welle nicht praktizierender Christen in den portugiesischen Diözesen würde es sich womöglich lohnen, „die Wirksamkeit des gegenwärtigen Ablaufs der christlichen Initiation zu überprüfen, um den Christen mit den erzieherischen Mitteln unserer Gemeinschaften besser helfen zu können, zu reifen und ihrem Leben einen wahrhaft eucharistischen Stempel aufzudrücken, damit dieser sie befähige, Gründe für die Hoffnung nennen zu können, die sie erfüllt, und die für unsere Zeit angemessen sind.“

Das häufigste Bekenntnis, das in den vergangenen Jahren von den Lippen der Christen gekommen ist, sei die fehlende Teilnahme am Gemeinschaftsleben gewesen. Es sei daher notwendig, „den Organisationsstil der portugiesischen Kirchengemeinschaft und die Mentalität ihrer Mitglieder zu verändern, damit die Kirche dem Zweiten Vatikanischen Konzil entspricht und in ihr die Aufgaben von Geistlichen und Laien klar definiert sind. Dabei muss berücksichtigt werden, dass wir alle eins sind, da wir getauft und in die Familie der Kinder Gottes eingegliedert wurden, und dass wir alle die Verantwortung für das Wachstum der Kirche teilen.“